JAHRESTAGUNG

Regionale Identität trifft globale Trends: Herausforderungen und Chancen für den bayerischen Tourismus

19. und 20. Mai 2026 in den Stadtsälen Bernlochner in Landshut

© BZT

Wie kann sich der bayerische Tourismus im Spannungsfeld globaler Entwicklungen und regionaler Identität zukunftsfähig aufstellen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der fünften Jahrestagung des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT) am 19. und 20. Mai 2026 in Landshut. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismus, Wissenschaft, Politik und Praxis diskutierten aktuelle Herausforderungen, internationale Trends und konkrete Zukunftsperspektiven für den Tourismusstandort Bayern.

Moderation und Grußworte

  • Lea Jordan
    Tagesmoderation
  • Prof. Dr. Alfred Bauer
    Vorsitzender, Bayerisches Zentrum für Tourismus
  • Dr. Johann Niggl
    Ministerialdirigent, Abteilungsleiter Tourismus, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
  • Dr. Michael Braun
    Vorstand, Tourismusverband Ostbayern e.V.
Eine Frau mit langen dunklen Haaren, die einen grünen Blazer und ein beiges Oberteil trägt, spricht auf der Bühne über ein Headset-Mikrofon. Sie steht vor einem schlichten, hellen Hintergrund.
Eine Frau mit langen dunklen Haaren, die einen grünen Blazer und ein beiges Oberteil trägt, spricht auf der Bühne über ein Headset-Mikrofon. Sie steht vor einem schlichten, hellen Hintergrund.
Ein Mann in einer Anzugsjacke steht an einem Podium mit zwei Mikrofonen und spricht in einem warm beleuchteten Raum mit dekorativen Fliesen und Gewölbedetails an den Wänden.
Ein Mann in einer Anzugsjacke steht an einem Podium mit zwei Mikrofonen und spricht in einem warm beleuchteten Raum mit dekorativen Fliesen und Gewölbedetails an den Wänden.
Ein Mann mit grauem Haar, der einen dunklen Blazer und ein weißes Hemd trägt, spricht in einem Innenraum in ein Handmikrofon. Er steht in der Nähe einer beleuchteten Wand mit Zierleisten und einem Treppengeländer im Hintergrund.
Ein Mann mit grauem Haar, der einen dunklen Blazer und ein weißes Hemd trägt, spricht in einem Innenraum in ein Handmikrofon. Er steht in der Nähe einer beleuchteten Wand mit Zierleisten und einem Treppengeländer im Hintergrund.
Ein Mann mittleren Alters mit Brille und Anzugjacke spricht an einem Podium mit zwei Mikrofonen in einem warm beleuchteten Raum mit kunstvollen Verzierungen an den Wänden.
Ein Mann mittleren Alters mit Brille und Anzugjacke spricht an einem Podium mit zwei Mikrofonen in einem warm beleuchteten Raum mit kunstvollen Verzierungen an den Wänden.
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Vorträge

„Viele Voraussagen über die Zukunft sind in der Vergangenheit nicht eingetreten“, so Dr. Alexander Fink, Gründer und Vorstand der ScMI Scenario Management International AG. Der Zukunftsforscher – oder genauer Entwickler von Zukunftsszenarien – machte damit gleich zu Beginn der Jahrestagung deutlich, dass heute sichtbare Trends oft nicht das sind, was die Zukunft wirklich prägen wird. Klar ist aber: Megatrends wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit, demografischer Wandel und veränderte Reisegewohnheiten prägen die Reisebranche zunehmend. Gleichzeitig steigen damit die Anforderungen an Regionen und Betriebe, sich strategisch resilient und flexibel aufzustellen.

Um Antworten auf die Auswirkungen globaler Entwicklungen, auf die sich verändernde Nachfrage, die künftige Angebotsgestaltung und Wettbewerbsfähigkeit zu finden, müssten „ausgetretene Pfade verlassen werden und Szenarien erarbeitet werden, die unterschiedliche Entwicklungen frühzeitig mitdenken“, so Fink. Und genau das unterstrich die BZT-Jahrestagung und zeigte mit Keynotes, Impulsvorträgen und Workshop-Formaten: Neue Angebote entstehen insbesondere in der Verbindung internationaler Trends mit regionaler Authentizität und vielfach auf Basis von Kooperation.

Ein Mann mit Brille und Bart, der ein schwarzes Jackett und einen Konferenzausweis trägt, steht vor einer beigen Wand und hält eine Präsentation mit einem Mikrofon-Headset.

„Tourismus-Zukünfte zwischen globalen Umbrüchen und regionalen Chancen“

Dr. Alexander Fink

Vorstand, ScMI Scenario Management International AG

Eine Person in einem schwarzen Anzug spricht auf der Bühne und hält ein Gerät in der Hand. Sie stehen neben einem Podium mit der Aufschrift "Bayerisches Zentrum für Tourismus", das mit Blumen und Mikrofonen geschmückt ist, vor einem schlichten gelben Hintergrund.

„Zentrale Megatrends und deren Auswirkungen auf den Tourismus“

Anja Kirig

Zukunftsforschung

Zukunftsforscherin Anja Kirig verwies in ihrem Vortrag auf die zunehmende Verwobenheit globaler Krisen. Für den Tourismus bedeute dies einen grundlegenden Perspektivwechsel: Weg vom reaktiven Handeln, hin zu einer aktiven Gestaltung von Lebensraumqualität, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe.

Die wirtschaftliche Relevanz internationaler Gäste unterstrich Matthias Hickl von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT): Mit rund 20,6 Millionen internationalen Übernachtungen behauptete Bayern 2025 erneut seine Spitzenposition unter den Bundesländern. Besonders gefragt seien Städtereisen und Eventangebote.

Barbara Radomski, Geschäftsführerin der Bayern Tourismus Marketing GmbH, hob die Bedeutung gemeinsamer Strategien hervor: „Resilienz entsteht nicht im Alleingang, sondern im Zusammenspiel aller Akteure.“ Kooperationen zwischen Regionen, Betrieben, Politik und weiteren Partnern seien „entscheidend für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit“.

Ein Mann mit Brille und beiger Jacke spricht an einem Podium mit der Aufschrift Bayerisches Zentrum für Tourismus in einem hellen Raum mit hellgelben Wänden und großen Fenstern. Neben dem Rednerpult sind Blumen aufgestellt.

„Wie Bayern von internationalen Gästen profitiert“

Matthias Hickl

Bereichsleiter Business Intelligence, Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.

Eine Frau mit blondem Haar und Brille, die ein gemustertes Kleid trägt, hält eine Karte mit der Aufschrift Bayern in der Hand und scheint zu sprechen, möglicherweise eine Präsentation zu halten, vor einem schlichten Hintergrund.

„Globaler Wandel, regionale Stärke: Kooperation als Schlüssel im bayerischen Tourismus“

Barbara Radomski

Geschäftsführerin, Bayern Tourismus Marketing GmbH

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Sessions

Nach den Vorträgen waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in interaktiven Sessions dann selbst gefragt und diskutierten konkrete Zukunftsansätze für unterschiedliche Tourismussegmente. Dabei wurden unter der Überschrift „Chancen und Risiken des bayerischen Tourismus zwischen Globalisierung und Regionalität“ zentrale Fragestellungen zu Zielgruppen, Märkten, Herausforderungen und möglichen Maßnahmen erörtert.

Mithilfe eines einheitlichen Fact Sheets und gleicher Fragestellungen wurden die Diskussionspunkte innerhalb der einzelnen Gruppen für die Marktsegmente Kultur- und Bildungstourismus, Natur- und Aktivtourismus, Gesundheits-, Kur- und Wellnesstourismus, Events- und Großveranstaltungen sowie Kulinarik und Tourismus erarbeitet.

  • Welche globalen Trends sind in den nächsten Jahren für den bayerischen Tourismus wirklich relevant?
  • Muss Bayern vor diesem Hintergrund internationaler werden (Zielgruppen, Zielmärkte…)?
  • Wie übersetzen wir die globalen Trends und Anforderungen internationaler Gäste in authentische, regional verankerte Angebote und Produkte?

Die Ergebnisse haben wir strukturiert und zusammengefasst. Sie bieten erste Ansatzpunkte und Handlungsimpulse für künftige Projekte und Maßnahmen der Wissenschaft und Praxis und können den Teilnehmenden und Nicht-Teilnehmenden der Jahrestagung als Inspiration dienen.

  • Demografischer Wandel
  • Mobilität
  • Sicherheit
  • Globalisierung
  • Konnektivität
  • Natur
  • Lange, reiche (Kultur-)Geschichte: historische Innenstädte, erhaltene kulturelle Stätten
  • Weltweit bekannte bayerische Highlights und Marken: Schloss Neuschwanstein, Oktoberfest, BMW, FC Bayern, Schott Zwiesel usw.
  • Kulinarik: bayerisches Bier, bayerische Küche
  • Traditionen und Bräuche
  • Authentizität
  • Professionelle touristische Infrastruktur mit gut ausgebildetem Personal
  • Bewahrung der historischen, kulturellen Stätten (Schlösser, Kirchen, Denkmäler etc.) und Traditionen (Bier-Kultur, Kulinarik…)
  • Dennoch: „neue, moderne“ bayerische Kultur erlebbar machen (Festivals, bildende Kunst usw.)
  • Fokus auf Besuchserlebnis und Reiseerfahrung der Gäste (Identifikation, Authentizität)
  • „Richtiges Mindset“: Offenheit und Verständnis für neue bzw. ausländische Gäste
  • Kommunikation zu „Kultur“ auf internationalen, digitalen Kanälen
  • Erreichbarkeit und Anbindung
  • Deutscher Markt bzw. DACH-Raum
  • Englischsprachige Zielgruppen
  • USA und China als wichtige Zielmärkte: Fokus auf kulturaffine Reisende
  • Stärkere Fokussierung auf wiederkehrende Reisende sowie Tagesausflügler
  • Weitere Potenziale: Märkte mit Trend zum Individualtourismus und Reisende mit Interesse an Film-, Musik- und Event-Tourismus, insbesondere jüngere Reisende
  • Plädoyer für ein qualitatives Wachstum
  • „Transformationsschuld“ entlang der gesamten Leistungskette: Alle Angebote müssen den internationalen Erwartungen und Standards gemäß angepasst werden.
  • Hieraus entstehende Herausforderungen: Investitionen, Finanzierung und Personal(-engpässe)
  • Zielgruppengerechte Angebote für ausländische Märkte wie USA und China, z. B. digitale (Buchungs-)Plattformen, kontaktlose Bezahlsysteme (Alipay…)
  • Mehrsprachige Angebote
  • Bürokratische Prozesse
  • Erreichbarkeit und Anbindung, insbesondere der ländlichen Räume
  • Gefahr von Overtourism durch höhere Bekanntheit
  • „Verkitschung“ bzw. Verkauf der Heimat durch Erfüllung der gängigen Klischees
  • Stärkung des Miteinanders (Betriebe, Regionen, Kultur- und Tourismusanbieter) mit Kooperationen auf Augenhöhe, wie z. B. BayTM-Kampagne „Bayern geHÖRT erlebt“
  • Breite Palette der kulturtouristischen Anbieter vernetzen und erlebbar machen
  • Orientierung an den Bedürfnissen der gewünschten Zielgruppe und entsprechende Anpassung der Angebote, Kommunikation etc.
  • „Kultur-Übersetzer“: einerseits zum Abbau von Barrieren und andererseits zur Erklärung der bayerischen Kultur für (inter-)nationale Gäste
  • Awareness schaffen: Kommunikation von „Kultur“ (in allen Formen) als leicht zugängliche, häufig günstige und unterschwellige Freizeitaktivität
  • Kommunikations-Fokus auf jüngere Zielgruppen (Social Media, Influencer…)
  • Für Bewahrung von authentischen (Kultur-)Erlebnissen: Einbindung und Mitnahme der Einheimischen
  • Wahrung einer Balance zwischen authentischer Inszenierung und „Ausverkauf der Heimat“: Kipppunkt erkennen und gegensteuern
  • Kulturtourismus auch in ländliche Gebiete bringen
  • Ausbau des ÖPNV
  • Gesundheit
  • Demografischer Wandel
  • Mobilität
  • Globalisierung
  • Urbanisierung
  • Reichtum und Vielfalt der Natur- und Kulturlandschaften: Seen, Berge, Flüsse, romantische Straße…
  • Zwei Nationalparks
  • UNESCO-Biosphärenreservate als internationale Marke
  • Bayerische Lebensart, Kultur und Kulinarik
  • (Touristische) Infrastruktur
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Naturschutz und -bildung durch staatliche Institutionen
  • Bewahren der Natur und Stärkung der naturtouristischen Aushängeschilder (Nationalparks, Biosphärenreservate etc.)
  • Attraktive, abgestimmte Infrastruktur mit einem vielfältigen, mehrsprachigen Angebot, insbesondere in der Hotellerie
  • Moderne Buchungsmöglichkeiten
  • ÖPNV für eine gute Verbindung von Stadt und Land
  • Authentische Gastfreundschaft
  • Akzeptanz der Stakeholder
  • Interkulturelle Kompetenz und Offenheit
  • Nice-to-have: Anerkennung als Gemeinwohlregion
  • Ausländische Gäste aus europäischen Märkten sind erwünscht, insbesondere angrenzende Nachbarstaaten (u. a. Österreich, Benelux, Schweiz, Tschechien, Niederlande, Polen, Skandinavien)
  • Ausländische Märkte als Chance, den bayerischen Tourismus zu diversifizieren und resilienter zu gestalten (Abschwächung Saisonalität, Verringerung der Abhängigkeit vom deutschen Markt, Wertschöpfung auch für die Fläche…)
  • Fokus auf qualitatives Wachstum: wertschöpfungsstarke Zielgruppen passend zu Bayerns Angebot und Marke
  • Gefahr des Overtourism und Überlastung der Natur und Infrastruktur
  • Risiko einer sinkenden Tourismusakzeptanz bei Einheimischen (Wohnkosten, fehlende Kapazitäten für Naherholung der Einheimischen etc.)
  • Risiko eines Verlustes der regionalen Identität
  • Fehlendes Tourismusverständnis: Aufklären über Mehrwert des (touristischen) Angebots auch für Einheimische
  • Budgets und Finanzierung für die Aufwertung von POI
  • Kirchturmdenken und Kleinteiligkeit in den touristischen Strukturen
  • Sprachbarrieren
  • Anbindung und Erreichbarkeit, v. a. Zugverkehr
  • Aufenthaltsdauer der Gäste
  • Für die Hotellerie und Anbieter touristischer Leistungen: Chance zur Anpassung/Ausbau des eigenen Angebots, ggf. weiteres Standbein
  • Notwendige Angebotsanpassung: digitale Services (z. B. Bezahlsysteme), Mehrsprachigkeit, Essensangebot
  • Ausbau der Infrastruktur: durchdachtes Mobilitätskonzept, Mobilfunknetz, Kapazitäten usw.
  • Tools zur Reise- und Tourenplanung: Digitalisierung von (mehrsprachigen) Angeboten, mehrsprachige Beschilderung, Angebote mit aktiver Besucherlenkung
  • Förderung der bayerischen Lebensart mit Fokus auf Lebensraumgestaltung zur Steigerung der Zufriedenheit der Einheimischen
  • Gewinnung neuer inländischer Gäste
  • Neues Verständnis von Naturschutz und Fokus auf Ecotourism: Diversifizierung des Angebots, regionale Lieferketten und einheitliche Standards
  • Zusammenarbeit: Stärkung der lokalen und regionalen Vernetzung der Stakeholder, Wissensaustausch und klare Verteilung der Aufgaben und Zuständigkeiten
  • Frühe Einbindung der Stakeholder bei Projekten, Maßnahmen etc.
  • Gesundheit
  • Demografischer Wandel
  • Future of Work
  • Wissenskultur
  • Identitätsdynamik
  • Tradition der „Sommerfrische“ und Staatsbadtradition: große Anzahl an Heilbädern, Kurorten und entsprechenden Einrichtungen sowie Thermenverbänden
  • Prävention als Kernkompetenz: Kneipp-Tradition, ortsgebundene Heilmittel, zukünftig auch Longevity-Angebote
  • Natur als USP: Klima, Wildnis und Natur (auch: Coolcation)
  • Vielfalt der Angebote
  • Bayern = gesunde Luft
  • Gastgeberkompetenz
  • Bayerisches Lebensgefühl und Authentizität der Orte/Regionen
  • Lokal: Lage und Erreichbarkeit
  • „Leuchttürme“ schaffen/hervorheben (Betriebe, Projekte)
  • Weniger (neue) Produktentwicklung, mehr Stärkung der Community
  • Notwendige Diversifizierung der Altersstruktur (nationale und internationale Gäste)
  • Junge Zielgruppe mit steigendem Potenzial: Bedeutung des körperlichen und mentalen Wohlbefindens
  • Zielgruppen in ihren Bedürfnissen z. T. sehr unterschiedlich: High-End-Medizin-Tourist vs. Kur-Urlauber
  • Vom Gast und Reisemotiv ausgehend denken und entsprechend Produkte ausrichten
  • Nachhaltige Internationalisierung im Einklang mit bestehenden Zielgruppen
  • Internationale Gäste mit z. T. anderen Erwartungen und Bedürfnissen
  • Mangelnde Gästeorientierung
  • Mangelnde Diversifizierung der Betriebe
  • Veraltetes Image
  • Transformationsschuld und -wille
  • Von funktionierenden Angeboten profitieren auch Einheimische: Attraktionssteigerung der Region (Freizeitwert, Arbeitsplätze…)
  • Neue Ansätze in der Vermarktung und Profilierung sind gefragt, v. a. Kooperationskampagnen
  • Aufwertung des Images von „Kur/Reha“ bzw. „Gesundheit“ in Richtung „Wellbeing, Achtsamkeit, Longevity, u. Ä.“
  • Longevity und Workation-Trends als Chance für die Weiterentwicklung
  • Finanzierung: Anpassung und Vereinfachung des KAG bei der Anerkennung als Kurort, Heilbad etc., insbesondere Ermöglichung der Anerkennung als Tourismusort
  • Versorgung im ländlichen Raum: Berücksichtigung von Gästezahlen bei Zuteilung von (Fach-)Ärzten/Praxen und Krankenhäusern
  • Anerkennung von Präventionsleistungen statt bzw. zusätzlich zu Rehabilitationsmaßnahmen (durch öffentliche Organe, Krankenkassen…)
  • Strategische Verteilung der Aufgaben und Zuständigkeiten (Ärzte, Krankenkassen, Betriebe, Destinationen, öffentliche Hand…)
  • Mobilität
  • Sicherheit
  • Globalisierung
  • Wahrnehmung als „sicheres Land“
  • Funktionierende Mobilität bei Großveranstaltungen (an Knotenpunkten)
  • Attraktive Destination und Landschaften
  • Positives Image aufgrund der bayerischen/regionaltypischen Großveranstaltungen
  • Bayerinnen und Bayer sind authentische Gastgeber
  • Authentizität der lokalen Speisen und Getränke
  • Qualitativ hochwertige und auf die Erwartungen der bestehenden Kundengruppen abgestimmte Angebote und Services
  • Gewährleistung von Sicherheit auf den Veranstaltungen
  • Funktionierende Mobilität auf allen Ebenen
  • Nachhaltige Mobilität
  • Ideal: Event-Ticket in Kombination mit Verkehrsticket
  • Sicherung/Beibehalten der aktuellen Gästestruktur mit Fokus auf Verbesserung des Besuchserlebnisses der Reisenden
  • Stärkere Bindung von Stammgästen: Inland und Europa
  • Bestehender Veranstaltungsmarkt in Bayern mit großer internationaler Strahlkraft, v. a. Großveranstaltungen
  • Zu berücksichtigen: internationale Gäste mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Erwartungen an ein „gutes“ Event (individualisiertes Angebot, Nachhaltigkeit, Services usw.)
  • Finanzieller Aufwand (Veranstaltungsorganisation, Auslandsmarketing etc.)
  • Aufrechterhaltung von Sicherheit / des Sicherheitsgefühls
  • Sprachbarrieren
  • Passende Bezahlsysteme (für internationale Gäste)
  • Sicherstellung der (individuellen) Mobilität
  • Visa-Bestimmung und -verfahren für die Einreise in Deutschland
  • Möglicher Verlust von Authentizität
  • Abstimmung mit den Stakeholdern in Bezug auf Ticket-/Preisgestaltung, Marketing, Verantwortlichkeiten, Sicherheitsmaßnahmen, Mobilitätsausbau etc.
  • Entscheidungsprozesse zur Ausrichtung von Großveranstaltungen
  • Großveranstaltungen als Treiber für Professionalisierung der Infrastruktur und Services: mehrsprachige Angebote, Bezahlsysteme, Buchungstools usw.
  • Veranstaltungskonzepte mit Vorreiterrolle
  • Zugängliche, bezahlbare Ticketpreise und Kommunikation der Preisbestandteile
  • Gezielte Nutzung von Events als wichtiger Hebel bei der Profilierung/Imagesteigerung einer Destination
  • MICE-Segment: Ausbau des Incentive-Bereichs und stärkere Kooperationen mit DMCs
  • Fokus auf einer längeren Aufenthaltsdauer internationaler (Event-)Gäste
  • Einbeziehung der Einheimischen für Wahrung des authentischen Erlebnisses bzw. authentischer Angebote
  • Diversifizierung der Gästestruktur für resiliente Destinationen: gute Durchmischung der nationalen und internationalen Gäste

In dieser Session wurden die Megatrends nicht einzeln bewertet. Grundsätzlich sind v. a. folgende Trends für diesen Bereich relevant:

  • Demografischer Wandel
  • Gesundheit
  • Identitätsdynamik
  • Ökointelligenz
  • Globalisierung
  • Regionale Produkte und bayerische (Lebensmittel-)Produzenten bzw. Handwerk: Bier, Hopfen, Wein usw.
  • Bayerisches Lebensgefühl, Gemütlichkeit und Authentizität: Biergarten, traditionelles bayerisches Essen usw.
  • Vielfalt der regionalen Produkte und bayerischen Küche
  • Marke „Genuss Bayern“ und ähnliche Qualitätsplattformen mit Genussorten
  • Events, Erlebnisse und Shopping in Kombination mit Kulinarik
  • Stärkung der Erfolgsfaktoren für ein ganzheitliches Genusserlebnis
  • Wichtige Bestandteile dieses Genusserlebnisses: Bier, traditionelle bayerische Küche (auch schwäbische, fränkische etc.), regionale Lebensmittel und deren Produzenten
  • Qualitativ hochwertige, kreative, bayerische Küche
  • Berücksichtigung neuer Ernährungstrends und religiöser/kultureller Anforderungen (alkoholfreie Alternativen, vegane/vegetarische Optionen usw.)
  • Verbindung von Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und Tourismus
  • Vermarktung der kulinarischen Vielfalt Bayerns mit authentischer Bildsprache
  • Nice-to-have: kulinarische Stadtführungen, Events, Kochkurse, Themenwochen, Kochen mit Einheimischen, Verbindung mit Aktivtourismus, vegane/vegetarische Spitzenküche
  • Internationale und nationale Gäste mit unterschiedlichen Erwartungen und Ansprüchen
  • Kulinarik als Chance für die „Nah-Märkte“, insbesondere Schweiz
  • Fokus auf genuss- und werteorientierte Verbraucherinnen und Verbraucher
  • Unterschiedliche Strukturen für Gäste in Städten und auf dem Land
  • Gasthaussterben und Fachkräftemangel in der Gastronomie mit einhergehenden (reduzierten) Öffnungszeiten und -tagen
  • Innovationen in Gastronomie und Kulinarik: Traditionelles bewahren, aber auch neu interpretieren
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • Eventisierung von Alkohol
  • Fleischkonsum (Qualitätssicherung, Tierwohl…)
  • Einbindung regionaler Produkte in Handel und Gastronomie
  • Teilweise höhere Preise für nachhaltige, regionale Produkte
  • Partizipation und Einbeziehung aller Leistungsträger
  • Nutzen des Potenzials: Genuss und Kulinarik als Profilierungshebel für DMOs
  • Stärkere Vermarktung der kulinarischen Vielfalt Bayerns, insbesondere Erläuterung der kulturellen Hintergründe der bayerischen Spezialitäten
  • Personalkampagne mit Fokus Gastronomie
  • Internationalisierung der Marke „Genuss Bayern“
  • Aufbau/Stärkung von Tasting-Konzepten und regionalen Vermarktungszentren
  • Anpassung des Angebotes auf die Bedürfnisse der Nachfrage, u. a. KI-Übersetzung von Speisekarten, Open Data bei kulinarischen Angeboten
  • Genussbildungs-Angebote und Sensibilisierung für Lebensmittel, insbesondere Kinder
  • Verknüpfung von Gesundheitstourismus und Kulinarik
  • Ausbau der Netzwerke und Kooperationen sowie Wissensaustausch der Stakeholder

Eine stärkere Internationalisierung wird grundsätzlich als notwendig erachtet, allerdings differenziert und im Sinne eines qualitativen Wachstums. Neben etablierten internationalen Märkten (z. B. europäische Nachbarländer, USA, China) sind und bleiben der deutsche Markt sowie der DACH-Raum zentral. Entscheidend ist dabei eine bessere Diversifizierung der Zielgruppen sowie die Ausrichtung auf wertschöpfungsstarke Gäste. Diese Gäste bringen allerdings höhere Erwartungen an Service, Digitalisierung, Mehrsprachigkeit und Individualisierung mit sich.

Der zentrale Erfolgsfaktor über alle Themenbereiche hinweg ist die Authentizität Bayerns: Natur, Kultur, Kulinarik, Lebensart und Gastfreundschaft. Die zentrale Herausforderung besteht darin, globale Trends und internationale Anforderungen so zu „übersetzen“, dass regionale Identität und Akzeptanz erhalten bleiben. Erfolgreich sind Angebote, die Tradition bewahren und zugleich modern interpretieren (z. B. neue Kulturformate, nachhaltige Naturerlebnisse, innovative Kulinarik oder moderne Gesundheitsangebote).

Als wichtigste Handlungsfelder zeichnen sich ab:

  • Qualitäts- und Serviceoffensive (Digitalisierung, Mehrsprachigkeit, Infrastruktur, Mobilität)
  • Stärkere Vernetzung und Kooperationen zwischen den Akteuren
  • Einbindung der lokalen Bevölkerung zur Sicherung von Akzeptanz und Authentizität
  • Aktive Besucherlenkung und Nachhaltigkeit, um Overtourism und Identitätsverlust zu vermeiden
  • Gezielte Ansprache und „Übersetzung“ bayerischer Angebote für internationale Gäste

„Das Besondere an dieser Jahrestagung war sicherlich, dass hier Experten verschiedener Disziplinen auf Augenhöhe ganz offen miteinander diskutieren konnten – und so konkrete Impulse für die strategische Weiterentwicklung touristischer Angebote entstanden sind“, fasst Dr. Michael Braun, Teilnehmer und geschäftsführender Vorstand des Tourismusverbands Ostbayern, den Workshop-Teil zusammen. Auch Stefan Egenter, Geschäftsführer der Allgäu GmbH, sieht in dem interaktiven Teil der Jahrestagung „einen echten Mehrwert für die bayerische Tourismusbranche“.

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Vorträge aus Wissenschaft und Praxis

Am zweiten Tag der Tagung unterstrichen Prof. Georg Christian Steckenbauer und Prof. Erik Lindner von der Technischen Hochschule Deggendorf im Bereich Gesundheitstourismus, dass ein international wachsender Markt zunehmend nach authentischen, lokal verankerten Angeboten verlangt. Erfolgreiche Konzepte entstünden dort, „wo globale Trends überzeugend regional interpretiert werden“.

Diana Sicher-Fritsch, Fritsch am Berg GmbH, verdeutlichte anhand ihres Hotels, dass mentale Gesundheit als Wachstumsfeld im Tourismus stark an Bedeutung gewinnt. Erfolgreich seien vor allem „authentische, ganzheitliche und präventive Konzepte, die sich an realen Bedürfnissen der Gäste orientieren“.

Zwei Männer in Anzügen stehen an einem Podium mit der Aufschrift Bayerisches Zentrum für Tourismus in einem hellen Raum mit Bogenfenstern und Blumenschmuck.

„Gesundheitstourismus zwischen Tradition und Moderne“

Prof. Dr. Georg Christian Steckenbauer und Prof. Dr. Erik Lindner

Technische Hochschule Deggendorf

Eine Frau mit dunklen Haaren und Brille, die eine rote Jacke und ein Namensschild trägt, hält ein Mikrofon und eine Fernbedienung in der Hand, während sie vor einer beigen Wand bei einer Indoor-Veranstaltung spricht.

„Mentale Gesundheit als globaler Trend – Authentische Gesundheitskonzepte im MentalSpa-Ressort Fritsch am Berg“

Diana Sicher-Fritsch

Leitung Gesundheitszentrum & Spa, Fritsch am Berg GmbH

Im Bereich Kulinarik machte Christine Schäfer vom GDI Gottlieb Duttweiler Institute deutlich, dass Esskultur ein komplexes Zusammenspiel aus Genuss, Gemeinschaft, Gesundheit und regionaler Verwurzelung darstellt. Innovationen setzten sich vor allem dann durch, „wenn sie an bestehende kulturelle Muster anschließen“.

Tim Plasse, F&B Heroes GmbH, ergänzte, dass gastronomische Konzepte künftig stärker auf veränderte Konsumgewohnheiten reagieren müssen. Erfolgreich seien „glokale“ Ansätze, die internationale Trends aufnehmen, ohne die regionale Identität zu verlieren. Entscheidend sei, „Tradition nicht nur zu bewahren, sondern aktiv weiterzuentwickeln und zeitgemäß erlebbar zu machen“.

Eine Frau in schwarzem Blazer und weißem Hemd spricht auf der Bühne, hält ein Mikrofon und eine Fernbedienung in der Hand und steht vor einem neutralen Hintergrund.

„Decoding Food Culture – Wie Innovationen zu Traditionen werden“

Christine Schäfer

Senior Researcher und Speaker, GDI Gottlieb Duttweiler Institute

Ein Mann mit Brille und schwarzer Jacke spricht an einem Podium mit der Aufschrift Bayerisches Zentrum für Tourismus in einem hellen Raum mit dekorativen Verzierungen und einer Topfpflanze.

„Wenn Weißwurst auf Weltküche trifft – Esskulturen zwischen Tradition und Moderne“

Tim Plasse

Geschäftsführer, F&B Heroes GmbH

Für den Kulturtourismus betonte Dr. Martin Spantig vom Kooperationsprojekt Denkmalschutz, Museum, Tourismus und Lebenswelt, „dass Museen ihre Kommunikation konsequent aus Besucherperspektive denken und stärker in digitale Plattformen sowie touristische Netzwerke integrieren müssen“.

Stefan Patermann von der Lufthansa AG zeigte am Beispiel eines kürzlich eingeführten Stopover-Programms am Drehkreuz München, wie durch die gezielte Verknüpfung von Mobilität und touristischen Angeboten zusätzliche internationale Gäste für Bayern gewonnen werden können. Um dies zu forcieren, sei „eine enge Vernetzung zwischen Airline, Flughafen und Tourismusakteuren erforderlich“.

Ein Mann, der einen hellgrauen Blazer, ein blaues Hemd und ein Headset-Mikrofon trägt, steht vor einem schlichten, hellen Hintergrund, spricht und gestikuliert mit den Händen und hält wahrscheinlich eine Präsentation.

„Globale digitale Plattformen oder Museumsplakat? Wie Museen heute im Tourismus erfolgreich sind – und wie nicht“

Dr. Martin Spantig

Kooperationsprojekt Denkmalschutz, Museum, Tourismus und Lebenswelt

Ein Mann im Anzug steht auf der Bühne, hält Papiere in der Hand und spricht bei einer Veranstaltung. Das Lufthansa-Logo ist auf dem Bildschirm hinter ihm zu sehen.

„Einführung eines Stopover-Programms am Drehkreuz München“

Stefan Patermann

Head Of Commercial Development & Commercial Airport Partnerships, Lufthansa AG

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Abschlussvortrag

„Der bayerische Weg im (globalen) Wettbewerb“

Hubert Bittlmayer

Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus

Ein Mann im Anzug und mit Brille spricht an einem Podium mit der Aufschrift Bayerisches Zentrum für Tourismus in einem warm beleuchteten Raum mit gewölbten Wänden und einer Topfpflanze im Hintergrund.
Ein Mann im Anzug und mit Brille spricht an einem Podium mit der Aufschrift Bayerisches Zentrum für Tourismus in einem warm beleuchteten Raum mit gewölbten Wänden und einer Topfpflanze im Hintergrund.

Den Schlusspunkt der Tagung setzte Hubert Bittlmayer, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Er betonte die Bedeutung eines eigenständigen bayerischen Profils im internationalen Wettbewerb: „Bayerns Stärke liegt in der Verbindung von Identität, Qualität und Innovationskraft. Heimat ist kein Produkt, sondern das Kapital.” Die Jahrestagung machte deutlich: Nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit entsteht dort, wo internationale Trends aufgegriffen werden, ohne die eigene Identität aus dem Blick zu verlieren. Prof. Alfred Bauer fasste zusammen: „Erfolgreicher Tourismus in Bayern wird künftig dort entstehen, wo Authentizität, Kooperation und Innovationsfähigkeit zusammenkommen – und wo Gästeerwartungen und Lebensraumqualität gleichermaßen konsequent mitgedacht werden.“

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Impressionen

© BZT