SCHLAGLICHT
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Schlagworte: Kulinarik
Von Klaus Fischer, 11. März 2026
© iStock.com/poco_bw
Diese Stellungnahme wurde im Rahmen der öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Tourismus des Deutschen Bundestags am 25.02.2026 zum Thema ‚Regionale Kulinarik und Tourismus‘ mit dem Themenschwerpunkt der Rolle gastronomischer Familienbetriebe in der regionalen Kulinarik eingebracht.

Geschäftsführer, Allgäu GmbH Gesellschaft für Standort und Tourismus, Kempten
Das Allgäu definiert sich über eine untrennbare Einheit aus Landschaft, Landwirtschaft und Genuss. In den ländlich geprägten Teilen der Region existiert eine außergewöhnlich hohe Dichte an gastronomischen Familienbetrieben. Diese sind weit mehr als bloße Verpflegungsstationen; sie bilden die zentralen Schnittstellen, an denen die regionale Identität für Einheimische und Gäste durch persönlichen Bezug und glaubwürdige Authentizität greifbar wird. Die regionale Kulinarik ist somit tief mit der lokalen Geschichte und den natürlichen Gegebenheiten verknüpft und vereint die wirtschaftliche, ökologische, touristische sowie soziokulturelle Bedeutung. In der Gästebefragung 2024 der Allgäu GmbH gaben 23 Prozent der Gäste an, dass die Gastronomie und Kulinarik ein ausschlaggebender Grund für die Wahl eines Urlaubs im Allgäu war. Leider werden die regionale Produktion, regionale Produkte und regionale Kulinarik sowie die Bedeutung des Tourismus für die Landwirtschaft im ländlichen Raum in der gerade vorgestellten Tourismusstrategie des Bundes nicht thematisiert.
Gastronomische Familienbetriebe nehmen eine Schlüsselrolle ein, da sie nicht nur als Dienstleister, sondern auch als Botschafter fungieren und zwei scheinbare Gegensätze vereinbaren:
Um die Vielfalt der Zielgruppen bedienen zu können, ist die kleinteilige Struktur der Allgäuer Landwirtschaft und Gastronomie entscheidend. Möchte man die Verbindung zwischen Kulinarik und Tourismus “kategorisieren” so ist eine Differenzierung in Betriebsarten sinnvoll:
Die hohe Zahl an sogenannten „Mischbetrieben“, die Landwirtschaft mit Gastronomie verknüpfen, unterstreicht die Wichtigkeit des Agrarsektors. Das Allgäu wird bis heute durch die Land- und Alpwirtschaft geprägt, was sich insbesondere auf die regionale Kulinarik auswirkt, bzw. in Form des kulinarischen Erbes der Region sichtbar wird. Zudem sind gerade diese Betriebe fast ausnahmslos als Familienbetriebe organisiert.
Die regionale Kulinarik im Allgäu funktioniert als ein geschlossener Kreislauf, der ökonomische, ökologische und touristische Aspekte miteinander verbindet:
Dieser Kreislauf verdeutlicht, dass die gastronomischen (Familien-)Betriebe ein entscheidendes Bindeglied sind, um die Wertschöpfung in der Region zu halten und gleichzeitig das Landschaftsbild zu bewahren. Es verdeutlicht aber auch die Bedeutung der regionalen Land- und Alpwirtschaft, dem der Tourismus zugrunde liegt.
Ein herausragendes Beispiel für die Wichtigkeit und erfolgreiche Umsetzung dieser Wirkungskette ist das Ökomodell Bad Hindelang. Es basiert auf einem fein abgestimmten, achtsamen Miteinander von Mensch, Tier und Natur, das den Ort zu einem Vorbild im gesamten Alpenraum macht. Die Gemeinde praktiziert zur Erhaltung der Alpwirtschaftskultur bereits seit 1988 dieses Modell, welches seit 2016 zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands zählt. Bad Hindelang setzt gleichermaßen auf Naturschutz und Nachhaltigkeit, regionale und direkte Vermarktung hochwertig erzeugter Produkte und nachhaltigem Tourismus in der Region. Nur durch das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren kann die ökologische Vielfalt und kulturelle Identität dauerhaft gesichert werden. Dafür wurde Bad Hindelang 2025 auch als “UN Best Tourism Village” ausgezeichnet.
Vernetzung ist für Familienbetriebe zweierlei: Sie agieren einerseits bereits seit Generationen in lokalen Netzwerken vor Ort und tragen so zur Stärkung der Wertschöpfung in der Region bei. Andererseits sind sie auch auf strategische lokale oder regionale Netzwerke angewiesen, um Sichtbarkeit zu erlangen und von professionellen Vermarktungsstrukturen zu profitieren.
Die Allgäu GmbH unterstützt und fördert mit der Marke Allgäu regionale Betriebe sowie Initiativen im Bereich der Kulinarik und fungiert als zentraler Netzwerkpartner. So wird im Rahmen des Netzwerks Regionalvermarktung Allgäu, welches von der Allgäu GmbH koordiniert wird, gezielt die Vernetzung und der Austausch unter den lokal und regional agierenden Initiativen gefördert. Auch wird die Reichweite genutzt, um besondere, innovative und typische Allgäuer Produzenten, Direktvermarkter und Produkte sichtbar zu machen und so gleichermaßen Erzeuger und Verbraucher für den Wert regionaler Lebensmittel zu sensibilisieren. Die Allgäu GmbH setzt mit der Marke Allgäu ein Zeichen für gelebte Qualität, nachhaltiges Handeln und für ein starkes Miteinander. Alle Partner die das Markenzeichen nutzen, erfüllen Qualitätskriterien und stehen hinter den Werten der Marke Allgäu. Auf Lebensmitteln zeigt das Markenzeichen noch mehr. Denn nur Produkte, die zu 100% aus dem Allgäu stammen, in der Region hergestellt und verarbeitet werden, dürfen das Markenzeichen tragen, bieten dem Verbraucher eine verlässliche Orientierung und garantieren eine regionale Qualität.
Trotz ihrer hohen Bedeutung für die Region stehen insbesondere kleinere, familiengeführte Betriebe vor großen Herausforderungen, die konsequente politische und strukturelle Unterstützung erfordern:

Familiengeführte (Gastronomie-)betriebe sind nur dann zukunftsfähig, wenn eine Offenheit gegenüber Innovation und Veränderung besteht und die Rahmenbedingungen so gestaltet sind, dass sie der nächsten Generation eine echte wirtschaftliche Perspektive bieten. Die Förderung regionaler Kulinarik ist somit aktive Strukturpolitik für den ländlichen Raum. Sie ist zugleich eine Investition in die wirtschaftliche Stabilität, den Umweltschutz und die touristische Attraktivität. Das Allgäu zeigt beispielhaft, wie regionale Kulinarik als Motor für eine nachhaltige Regionalentwicklung fungieren kann.

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