Ausschreibung

Eine wesentliche Zielsetzung des Bayerischen Zentrums für Tourismus ist die Initiierung beziehungsweise Förderung von Forschungsprojekten, die sowohl aus tourismuswissenschaftlicher Sicht als auch für die Tourismuswirtschaft von Interesse sind. Hierdurch wird der Wissenstransfer aus der Wissenschaft in Wirtschaft und Politik unterstützt. Die Ausschreibung der Forschungsaufträge erfolgt durch das aus Mitteln des Freistaats Bayern geförderte Bayerische Zentrum für Tourismus, das im Rahmen seines Satzungszwecks unter anderem Forschungsaufträge vergibt.

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Darstellung des Programms 2026/2027

Gegenstand der vorliegenden Ausschreibung ist die Vergabe von Forschungsprojekten an einschlägige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten etc., die sich wissenschaftlich mit dem Tourismus in Bayern befassen und deren Anträge sich inhaltlich einer der folgenden vier Forschungssäulen zuordnen lassen:

Ausbildung und Arbeitswelt im bayerischen Tourismus

Der touristische Ausbildungs- und Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. So sind neue Ausbildungsberufe entsprechend der sich neu entwickelnden Tätigkeitsfelder und -anforderungen entstanden. Gleichzeitig stehen sowohl tourismusspezifische Ausbildung als auch der Arbeitsmarkt vor vielen Herausforderungen wie dem Imageproblem und dem Fachkräftemangel. Vor diesem Hintergrund sind u.a. Forschungsprojekte zu folgenden Themen denkbar:

  • Tourismusausbildung und -forschung in Bayern – eine Bestandsaufnahme (HAWs und Unis),
  • Diversität in der touristischen Arbeitswelt, im Besonderen die Rolle der Frau in der Führung touristischer Unternehmen und Organisationen,
  • Selbständigkeit im Tourismus Bayerns.

Selbstverständlich können auch weitere Themen für die Projektanträge gewählt werden, sofern sie sich eindeutig dem Themenkomplex Ausbildung und Arbeitswelt im bayerischen Tourismus zuordnen lassen.

Ökonomie des bayerischen Tourismus

Der Tourismus ist eine Leitökonomie der Wirtschaft Bayerns. Gleichwohl sieht sich auch die bayerische Tourismuswirtschaft mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, die ganz wesentlich durch die sich global, regional und lokal ändernden Rahmenbedingungen verursacht werden. Anträge für Forschungsprojekte könnten u.a. nachfolgende Themen aufgreifen:

  • Konzept zur Einführung von Kurbeiträgen von Tagesgästen,
  • Resilienz des bayerischen Tourismus am Beispiel der touristischen Wertschöpfungskette,
  • Eintrittsgebühren als Instrument der Lenkung für Touristenströme.

Selbstverständlich können auch weitere Themen für die Projektanträge gewählt werden, sofern sie sich dem Themenkomplex Ökonomie des bayerischen Tourismus zuordnen lassen.

Spezielle Formen des Tourismus in Bayern

Bayern verfügt über eine breite Palette touristischer Angebote und deckt viele verschiedene Marktsegmente des Tourismus ab. Innerhalb dieser Marktsegmente finden fortlaufend Veränderungsprozesse statt, die einerseits Chancen eröffnen, andererseits aber auch zu Herausforderungen führen. Denkbar sind für die dritte Forschungssäule u.a. Projektanträge über

  • Kulturtourismus in Bayern (städtischer und ländlicher Raum),
  • Touristische und gesellschaftliche Bedeutung von Großveranstaltungen in Bayern,
  • Transformation in Landwirtschaft und Tourismus – Besonderheiten im Veränderungsprozess von zwei speziellen Sektoren im bayerischen Tourismus.

Selbstverständlich können auch weitere Themen für die Projektanträge gewählt werden, sofern sie sich eindeutig dem Themenkomplex Spezielle Formen des Tourismus in Bayern zuordnen lassen.

„Offen für Neues“

Der vierte Forschungsschwerpunkt ist thematisch nicht eingeschränkt.  Vielmehr können hier Forschungsanträge eingereicht werden, die einerseits Forschungsthemen aufgreifen, die sich nicht den ersten drei Themenkomplexen zuordnen lassen. Andererseits müssen die Anträge wirklich „Neues“ bieten. Unter „Neues“ wird u.a. verstanden, wenn (mindestens einer) der nachfolgenden Gesichtspunkte berücksichtigt wird:

  • Forschungsfragen werden erstmals formuliert und bearbeitet,
  • innovative Methoden werden entwickelt und kommen zur Anwendung,
  • neue Datenquellen werden erschlossen und liefern bisher nicht verfügbare Informationen,
  • inter- oder transdisziplinäre Kooperationen führen zu neuen Erkenntnissen.

Bei Wahl der vierten Fördersäule „Offen für Neues“ muss im Antrag explizit ausgeführt werden, was seitens der Antragstellenden als „Neues“ gesehen wird.

Die Antragsfrist endete mit dem 8. Juni 2026 um 12:00 Uhr (Ausschlussfrist).