BROADCAST

Post-Corona-Perspektiven für den Tourismus in Bayern: Zwischen Business as usual und Neuanfang

live am 27. Oktober I 10.00 bis 11.30 Uhr

Neben einem aktuellen Stimmungsbild der Branche sprachen wir mit unseren Gästen über Corona-bedingte Veränderungen auf der Angebots- und Nachfrageseite und richteten einen Blick in die Zukunft des bayerischen Tourismus.

Als Branchenexperten waren Barbara Radomski (Geschäftsführerin der BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH) und Dr. Thomas Geppert (Landesgeschäftsführer DEHOGA Bayern) zu Gast, die zusammen mit den BZT-Vorständen Prof. Dr. Alfred Bauer und Prof. Dr. Jürgen Schmude die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des bayerischen Tourismus diskutierten. Dr. Alexander Fink (Vorstand ScMI AG) war mit seinem virtuellen Vortrag über acht mögliche Post-Corona-Szenarien vertreten.

Statements

Barbara Radomski

Geschäftsführung

BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH

Bayern muss sein Profil schärfen, dann wird der Tourismus gut aus der Krise kommen.

Barbara Radomski

Kernaussagen
  • Einige ländliche Regionen konnten die Umsatzeinbrüche aus dem ersten Lockdown im Sommer teilweise gut kompensieren.
  • Der Städtetourismus ist hingegen stark getroffen – das betrifft den Messe- und Kongressbereich, Geschäftsreisen aus dem Ausland und auch Privatreisen.
  • Das Konsumverhalten muss nun antizipiert werden, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder bestehende anzupassen. Es gibt etwa ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis und den Wunsch nach flexiblen Stornierungsbedingungen.
  • Das Thema Overcrowding, vor allem im Tagestourismus, muss zukünftig stärker im Destinationsmanagement beachtet werden.
  • Die Digitalisierung greift in alle Bereiche des Tourismus – von der Buchbarkeit, Angebotssichtbarkeit bis hin zur Besucherlenkung. Corona ist hierbei ein Katalysator.
  • Der Trend zum Inlandstourismus wird sich sicherlich auch im nächsten Jahr fortsetzen und wir rechnen mit neuen Zielgruppen.

Prof. Dr. Alfred Bauer

Vorstand

Bayerisches Zentrum für Tourismus e. V.

Die Wertigkeit des Reisens wird hoffentlich positiv in die Zukunft getragen. Ich setze auf eine gute, nachhaltige Entwicklung des Tourismus in Bayern.

Prof. Dr. Alfred Bauer

Kernaussagen
  • Unsere BZT-Umfragen haben gezeigt, dass sich die Absicht in den Urlaub zu fahren, in den letzten Monaten geändert hat. Während im Sommer noch 44 Prozent verreisen wollten, so möchten im Oktober nur noch 23 Prozent in den Wintermonaten verreisen.
  • Allgemein herrscht eine große Verunsicherung auf der Nachfrageseite. In der Oktober-Befragung gaben rund 40 Prozent an, aus Corona-bedingten Gründen in den Wintermonaten nicht verreisen zu wollen.
  • Es braucht nun Sicherheit und Vertrauen, um die Branche zu stärken.
  • Wir brauchen für den anstehenden Wintertourismus Besucherlenkungsmaßnahmen, die dann schnell umgesetzt werden können.
  • Digitalisierung, Sicherheit und Nachhaltigkeitskonzepte sind langfristige Handlungsfelder.
  • Systeme, die über künstliche Intelligenz gesteuert werden, nehmen zu und bringen auch für die Tourismusbranche Vorteile – so etwa bei der Angebotssteuerung oder Besucherlenkung.

Dr. Thomas Geppert

Landesgeschäftsführung
DEHOGA Bayern

Ich wünsche mir, dass wir die heimische Wirtschaft noch viel mehr schätzen lernen.

Dr. Thomas Geppert

Kernaussagen
  • Viele Betriebe im Gastgewerbe sind hoch verschuldet und können den Umsatzrückgang nicht wieder aufholen.
  • Hotellerie und Gastronomie haben in den letzten Monaten gute Schutz- und Hygienekonzepte entwickelt, weshalb wir die politischen Maßnahmen unverhältnismäßig finden. Dieser organisierte Bereich sollte gestärkt, nicht geschwächt werden.
  • Der Schaden am Tourismus ist immens und er wird nachhaltig darunter leiden.
  • Es bedarf neuer Liquiditätshilfen, um neu aufkommende Lockdowns zu überbrücken und Insolvenzen abzuwenden.
  • “Keep it simple”: Wir brauchen transparente Maßnahmen, die auf Verständnis treffen und Vertrauen in die erarbeiteten Konzepte, damit wir gemeinsam gut durch die Pandemie kommen.
  • Die Chance, neue Zielgruppen zu binden und Bayern als Tourismusregion zu stärken beziehungsweise attraktiver zu machen, ist durchaus gegeben.
  • Planungssicherheit wird es mit dem Coronavirus nicht geben. Aber in Teilbereichen wünschen sich die Betriebe eine gewisse Planbarkeit im Ungewissen, die gerade seitens der Politik nicht gegeben ist.
  • Die Tourismusbranche ist sehr personalintensiv mit hohen fortlaufenden Kosten, deshalb fehlen oft die Rücklagen. Ein dauerhaft reduzierter Mehrwertsteuersatz könnte helfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die Investitionsfähigkeit der Betriebe zu steigern.

Prof. Dr. Jürgen Schmude

Vorstand

Bayerisches Zentrum für Tourismus e. V.

Die Wertschätzung von Reisefreiheit und die Möglichkeit überhaupt zu reisen, wird im Bewusstsein der Menschen an Bedeutung gewinnen.

Prof. Dr. Jürgen Schmude

Kernaussagen
  • Unsere jetzigen Erkenntnisse zeigen deutliche regionale Unterschiede – sowohl im Infektionsgeschehen als auch in den Auswirkungen auf die Tourismuswirtschaft.
  • Wir erarbeiten derzeit regionale Typisierungen, um dann zielgerichtete Instrumente zur Überwindung der Pandemie formulieren zu können.
  • Auf der Nachfrageseite ist derzeit eine große Verunsicherung festzustellen, denn potentiell Reisende kennen die oftmals wechselnden und regional unterschiedlichen Bestimmungen nicht.
  • Es wird vermutlich zukünftig Reisende geben, die ihr Reiseverhalten tatsächlich ändern und in vielerei Hinsicht bewusster reisen werden – etwa in Bezug auf Nachhaltigkeit – aber auch jene, die in “alte” Verhaltensmuster zurückfallen werden.
  • Das Reisen hat sich in den lezten Jahrzehnten zu einem Grundbedürfnis in der deutschen Bevölkerung etabliert und dieses wird weiterhin bestehen. Die Tourismuswirtschaft muss darauf reagieren – zum Beispiel mit Besucherlenkungsmaßnahmen und Konzepten, die den Klimawandel berücksichtigen.
  • Mehrere Rahmenbedingungen werden zukünftig Einfluss auf das Verhalten von Touristinnen und Touristen haben und somit kann sich die Nachfrageseite stets ändern – dazu zählen nicht nur die Pandemie, sondern etwa auch der Klimawandel. Zukünftige Verhaltensmuster vorherzusagen ist allerdings kaum möglich.
  • Es wird Veränderungen der Tourismuströme geben und auch die einzelnen Marktsegmente werden sich sehr unterschiedlich schnell erholen.
  • In stark frequentierten Orten ist der Dialog mit den Einheimischen unabdingbar.

Vortrag

Dr. Alexander Fink: “Post-Corona-Perspektiven für den Tourismus in Bayern”

Vorstand Scenario Management International AG

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