ONLINE-FORUM

Landwirtschaft & Tourismus: Kooperation als Erfolgsfaktor für den ländlichen Raum

live am 20. Oktober 2026 I 10.00 bis 11.30 Uhr

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Unsere Gäste

Porträt einer lächelnden Frau mit schulterlangem braunem Haar, die eine korallenfarbene Jacke und eine rote Perlenkette trägt.

Regine Wiesend

Ministerialrätin, Referatsleiterin Referat Diversifizierung, Landfrauen

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus

Porträtfoto eines lächelnden Mannes, der einen dunklen Blazer und ein weißes Hemd trägt.

Wolfgang Töchterle

Director Marketing

IDM Südtirol – Alto Adige

Porträtfoto eines Mannes mittleren Alters mit kurzen, ergrauten Haaren, Brille und einem leichten Bart, der ein hellblaues Hemd mit Kragen trägt.

Prof. Dr.-Ing. Jonas Müller

Leiter des Studiengangs Kulinarik- und Weintourismus

Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Eine Frau mit kurzen braunen Haaren und Brille lächelt vor einer Wandausstellung mit Fotos eines Weinbergs und von Weinkellereiausrüstung.

Dr. Juliane Urban

Leitung des Arbeitsbereichs Beratung, Förderung und Strukturentwicklung am Institut für Weinbau und Oenologie

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

Eine Frau mit langen, welligen Haaren, die in die Kamera lächelt.

Susanne Wibbeke

Geschäftsführerin

Blauer Gockel – Bauernhof- und Landurlaub e.V.

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Die Konferenz im Überblick

Wie können Landwirtschaft und Tourismus stärker voneinander profitieren? Welche Kooperationen funktionieren bereits und welche Potenziale gilt es künftig zu erschließen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Online-Dialogs „Landwirtschaft & Tourismus: Kooperation als Erfolgsfaktor für den ländlichen Raum“ des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT).

Schnell wird deutlich: Landwirtschaft und Tourismus sind eng miteinander verbunden. Nicht nur, dass Landwirtschaft die Kulturlandschaft prägt, die für viele Gäste einen wesentlichen Reiseanlass darstellt. „Studien zeigen auch, dass es zu positiven Wechselwirkungen zwischen Tourismus und Landwirtschaft kommt, wenn beide Sektoren eng zusammenarbeiten“, verdeutlicht Prof. Dr. Marco A. Gardini vom BZT. Dafür brauche es allerdings „langfristige Kooperationen, professionelle Strukturen und ein gemeinsames Verständnis“.

Urlaub auf dem Bauernhof: Erfolgsmodell mit Entwicklungspotenzial

Für Regine Wiesend, Referatsleiterin für Diversifizierung und Landfrauen im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, ist Urlaub auf dem Bauernhof ein gutes Beispiel, wo Landwirtschaft und Tourismus erfolgreich Hand in Hand gehen. Der Freistaat zählt zu den führenden Bundesländern in diesem Segment. Rund 80 Prozent der Urlaubshöfe bewerten den touristischen Teil ihrer Arbeit als wichtig oder sehr wichtig. Bei einzelnen Höfen kann der touristische Betriebszweig bis zu 50 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Um weiteres Potenzial zu heben, „sind qualitativ hochwertige Angebote, eine stärkere Vernetzung und neue Ansätze in der Vermarktung entscheidend“, so Wiesend. Der Freistaat unterstützt diese Entwicklung unter anderem durch Qualifizierungs- und Förderangebote sowie die Vernetzung mit Tourismusorganisationen, Kommunen und weiteren regionalen Akteuren.

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Vernetzung und Digitalisierung als Zukunftsaufgaben

Wie Kooperation und gemeinsame Vermarktung in der Praxis organisiert werden können, zeigt Susanne Wibbeke, Geschäftsführerin des Verbands Blauer Gockel – Bauernhof- und Landurlaub e. V. Der Verband unterstützt seine Mitgliedsbetriebe mit unterschiedlichen Produktlinien, Qualitätssiegeln, Marketingmaßnahmen und digitalen Dienstleistungen. Dazu zählen unter anderem Online-Buchungsmöglichkeiten, Gästeverwaltungssoftware und eine stärkere Präsenz in den sozialen Medien. Urlaub auf dem Bauernhof wirke auf mehreren Ebenen: „Er stärkt die Wirtschaftlichkeit der Betriebe, leistet einen ökologischen und soziokulturellen Beitrag für die Region und fördert das Verständnis für die Landwirtschaft“, so Wibbeke. Die Gastgeberinnen und Gastgeber seien dabei „wichtige Botschafter der bayerischen Landwirtschaft“.

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Südtirol: Landwirtschaft und Tourismus gemeinsam positionieren

Wie Landwirtschaft und Tourismus strategisch zusammenarbeiten können, weiß auch Wolfgang Töchterle, Director Marketing bei der IDM Südtirol – Alto Adige. In Südtirol werden Tourismus, regionale Produkte und die Positionierung der Region bereits seit Jahren gezielt zusammengedacht. Unter dem Leitmotiv „TourisMUT“ werden unterschiedliche Initiativen und Programme vereint, mithilfe derer regionale Kreisläufe gestärkt, Direktvermarktung ausgebaut und regionale Produkte stärker in der Gastronomie eingesetzt werden. Zugleich geht es darum, die Bedürfnisse von Landwirtschaft und Tourismus besser aufeinander abzustimmen – etwa bei der touristischen Nutzung von Wegen und Flächen oder bei der Qualifizierung von Beschäftigten. „Der entscheidende Hebel ist die systemische Zusammenarbeit: Wenn Landwirtschaft und Tourismus gemeinsam handeln und ihre jeweiligen Stärken einbringen, kann daraus ein echter Mehrwert für die gesamte Region entstehen“, unterstreicht Töchterle.

Weintourismus: Gemeinsam ein regionales Profil entwickeln

Welche Faktoren Kooperationen erfolgreich machen, sieht auch Prof. Dr.-Ing. Jonas Müller, Leiter des Studiengangs Kulinarik- und Weintourismus an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Am Beispiel des Weintourismus in Franken hebt er weitere zentrale Erfolgsfaktoren hervor – die Einbindung der Bevölkerung, regionale Identität sowie Professionalität und Qualität. Wichtig sei, nicht nur einzelne Produkte zu vermarkten, sondern daraus zusammenhängende Erlebnisse von der Erzeugung über die Verkostung bis zum gastronomischen Angebot und zur Übernachtung zu schaffen. „Die Wertschöpfung endet nicht beim Produkt. Entscheidend ist es, daraus ein kulinarisches Erlebnis zu machen. Dafür braucht es die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Gastronomie und Hotellerie“, betont Müller.

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Dr. Juliane Urban, Leiterin des Arbeitsbereichs Beratung, Förderung und Strukturentwicklung am Institut für Weinbau und Oenologie der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, zeigt am Weintourismuskonzept „Franken – Wein.Schöner.Land“, wie das in der Praxis geht. Im Mittelpunkt stehen in der Region qualitätsorientierte Angebote und die Zertifizierung von Betrieben anhand definierter Kriterien im Rahmen der Kampagne „Reisen zum Wein“. Die regelmäßige Weiterentwicklung des Konzepts stellt zudem sicher, zeitnah auf veränderte Reise-, Konsum- und Informationsgewohnheiten sowie auf wirtschaftliche Herausforderungen reagieren zu können. Urban unterstreicht: „Unser Ziel ist es, die Spitzenposition Frankens im Weintourismus durch ein lebendiges Netzwerk und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Angebote zu erhalten und auszubauen“.

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Gemeinsame Perspektiven für den ländlichen Raum

In der abschließenden Diskussionsrunde wird deutlich, dass die Synergiepotenziale zwischen Landwirtschaft und Tourismus künftig noch stärker in den Blick genommen werden sollten. „Die Zukunft des ländlichen Raums entscheidet sich nicht daran, wie erfolgreich Landwirtschaft und Tourismus jeweils für sich sind, sondern daran, was sie gemeinsam für die Region erreichen und was Bayern damit als Lebens- und Urlaubsraum einzigartig macht“, resümiert Gardini. Entscheidend sei es, Ressourcen- und Nutzungskonflikte zu vermeiden und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu ermöglichen – mit geteilter Wertschöpfung, gemeinsamen Perspektiven und einem Mehrwert für die gesamte Region.

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