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Schlagworte: Gastronomie, Konsumverhalten, Essen gehen
13. Mai 2026
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Außer Haus essen ist für viele Menschen in Deutschland weiterhin ein fester Bestandteil des Alltags, zugleich verändern steigende Preise das Konsumverhalten spürbar. Die repräsentative Befragung des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT) unter 2.028 Personen der deutschsprachigen Bevölkerung in Deutschland im Alter zwischen 18 und 74 Jahren zeigt, wie häufig die Deutschen gastronomische Angebote nutzen, welche Faktoren ihre Entscheidungen beeinflussen und welche Rolle Kulinarik im Urlaub spielt.

55 Prozent der Befragten gehen mindestens einmal im Monat oder häufiger außer Haus essen. 28 Prozent speisen seltener als monatlich auswärts, 16 Prozent gehen nie oder so gut wie nie außer Haus essen.
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Die Top 3 der Auswahlkriterien für ein gastronomisches Angebot sind das Preis‑Leistungs‑Verhältnis (65 Prozent), Gemütlichkeit und Ambiente (52 Prozent) sowie die Art/Nationalität der Speisen (39 Prozent).
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Klassische Restaurants werden über alle Altersklassen hinweg bevorzugt (64 Prozent), gefolgt von Fast-Food-Restaurants (33 Prozent) und Gaststätten (28 Prozent). Jüngere Befragte gehen hierbei häufiger außer Haus essen als Ältere.
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Steigende Preise führen dazu, dass knapp die Hälfte der Befragten seltener außer Haus essen geht als im Vorjahr. Bei 40 Prozent der Beteiligten bleibt das Konsumverhalten unverändert.
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Für 70 Prozent der Befragten liegt die persönliche Preisgrenze für ein abendliches Hauptgericht (ohne Getränke) bei 29 Euro. Ein Viertel der Befragten weist hingegen eine höhere Zahlungsbereitschaft auf.
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Auch im Urlaub zählt die Kulinarik: Für 64 Prozent der Befragten ist Essen und Trinken im Urlaub wichtig oder sehr wichtig. Bayern wird dabei von 45 Prozent aller Befragten mit einer besonders starken kulinarischen Identität assoziiert.
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Außer Haus essen gehört weiterhin für viele zum Alltag: 31 Prozent der Befragten tun dies mindestens einmal im Monat, rund ein weiteres Viertel sogar wöchentlich oder öfter. Besonders jüngere Menschen nutzen gastronomische Angebote häufiger. Gehen bei den 18- bis 29-Jährigen noch 37 Prozent einmal pro Woche oder häufiger essen, sind es bei den 70- bis 74-Jährigen nur noch knapp zwölf Prozent. Insgesamt hat sich die Besuchsfrequenz seit der BZT‑Befragung 2024 kaum verändert. Waren es 2024 noch 31 Prozent die „seltener als monatlich“ außer Haus essen gehen, sind es 2026 28 Prozent. Bei „mindestens einmal im Monat“ zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Das gaben 2024 noch 28 Prozent an und 2026 erhöhte sich die Zustimmung auf 31 Prozent.
Häufigkeit des Essengehens außer Haus im Vergleich zu 2024
Täglich
Mehrmals in der Woche
Einmal in der Woche
Mindestens einmal im Monat
Seltener als monatlich
Nie/so gut wie nie
Basis: Deutschsprachige Bevölkerung in Deutschland von 18 bis 74 Jahren (2024: n=2.024 | 2026: n=2.028); keine Angabe je 1 Prozent
Klassische Restaurants werden mit 64 Prozent am häufigsten besucht. Dahinter folgen Fast‑Food‑Angebote (33 Prozent), Gaststätten (28 Prozent) sowie Cafés und Bäckereien (25 Prozent). Mit zunehmendem Alter gewinnen Gaststätten an Bedeutung, während insbesondere die 18‑ bis 29‑Jährigen Cafés und Bäckereien bevorzugen (38 Prozent). Grundsätzlich gehen also alle Altersklassen in klassische Restaurants essen, jüngere suchen jedoch vermehrt die schnelle und informelle Art der Verpflegung. Kulinarisch dominieren weiterhin die italienische (58 Prozent), deutsche bzw. regionale (50 Prozent), asiatische (43 Prozent) und griechische Küche (41 Prozent). Gegessen wird überwiegend in Begleitung – meist mit Partner oder Partnerin (59 Prozent), der Familie (52 Prozent) oder Freunden (45 Prozent).
TOP 3 der beliebtesten gastronomischen Betriebe
TOP 3 Begleitung beim Besuch von gastronomischen Betrieben
Basis: Deutschsprachige Bevölkerung in Deutschland von 18 bis 74 Jahren (n=2.028); Teilgruppe: Personen, die außer Haus essen gehen ( n=1.702)
Außer Haus essen zu gehen ist für die meisten Personen mehr als eine reine Nahrungsaufnahme: 52 Prozent verbinden dies mit dem Wunsch nach einem schönen Abend, für 51 Prozent ist es ein sozialer Anlass und 33 Prozent stellen den kulinarischen Genuss in den Vordergrund. Neben den positiven Motiven zeigt sich auch, warum ein Teil der Bevölkerung selten oder gar nicht außer Haus essen geht. Hauptgrund ist für 49 Prozent, dass sie sich Restaurantbesuche nicht leisten können. Weitere 36 Prozent geben an, dass Preis und Qualität aus ihrer Sicht nicht (mehr) zusammenpassen. Auch die Präferenz für selbst gekochtes Essen (31 Prozent) sowie die Bequemlichkeit, zu Hause zu essen (29 Prozent), spielen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus nennen kleinere Anteile Unzufriedenheit mit der Qualität gastronomischer Angebote (10 Prozent), die Nutzung von Lieferservices als Alternative (9 Prozent) oder Zeitmangel (8 Prozent).
Bei der Wahl eines gastronomischen Betriebs steht für viele Gäste das Preis‑Leistungs‑Verhältnis an erster Stelle: 65 Prozent derer, die grundsätzlich essen gehen, nennen es als zentralen Entscheidungsfaktor – noch vor Ambiente (52 Prozent), Art der Küche (39 Prozent) und der räumlichen Nähe der Lokalität (34 Prozent). Erlebnisorientierte Aspekte ergänzen diese Entscheidungskriterien: Eine besondere Lage beeinflusst die Auswahl bei 40 Prozent der Befragten, eine außergewöhnliche Einrichtung bei 27 Prozent. Themenabende und Veranstaltungen spielen für jeweils 17 Prozent eine Rolle. 34 Prozent der Befragten wären dabei auch bereit, für solche Erlebnisangebote einen Aufpreis zu zahlen. Im Gegensatz dazu legen 32 Prozent der Befragten, die grundsätzlich essen gehen, keinen Wert auf diese Erlebnisfaktoren. Ebenfalls eine Rolle spielt für 34 Prozent das Thema Saisonalität der Speisen, weitere 33 Prozent legen Wert auf die Verwendung regionaler Zutaten. Für 26 Prozent sind Nachhaltigkeitsaspekte bei der Wahl des gastronomischen Betriebs jedoch nicht relevant.
Die steigenden Preise wirken sich auf das Verhalten der Gäste aus: 48 Prozent gehen im Vergleich zum letzten Jahr seltener essen, während 40 Prozent ihr Verhalten nicht verändert haben und nur rund vier Prozent häufiger essen gehen. Für 27 Prozent der Befragten liegt die finanzielle Preisgrenze für ein abendliches Hauptgericht (ohne Getränke) bei 19 Euro, für 42 Prozent bis 29 Euro, während 29 Prozent bereit wären, 30 Euro und mehr auszugeben. Auch in Zukunft ändert sich die Häufigkeit des Außer-Haus-Essens: 42 Prozent wollen dies seltener tun, 47 Prozent sehen für die Zukunft keine Veränderung und vier Prozent wollen häufiger essen gehen.
Basis: Deutschsprachige Bevölkerung in Deutschland von 18 bis 74 Jahren (n=2.028)
Lieferservices spielen im Vergleich zum klassischen Restaurantbesuch weiterhin eine untergeordnete Rolle. Nur rund 30 Prozent der Bevölkerung nutzen diese mindestens einmal im Monat oder häufiger, während 44 Prozent Lieferservices kaum oder gar nicht in Anspruch nehmen. Die Nutzung von Lieferservices erfolgt vor allem aus pragmatischen Gründen: Bequemlichkeit (42 Prozent), fehlende Lust zu kochen (33 Prozent) sowie Zeitersparnis (21 Prozent) sind die wichtigsten Treiber.
Auch beim Thema Reisen zeigt sich die hohe Bedeutung von Kulinarik: Für 64 Prozent ist Essen im Urlaub wichtig oder sehr wichtig. Gleichzeitig spielt es bei der konkreten Wahl des Reiseziels eine differenziertere Rolle – 41 Prozent messen kulinarischen Angeboten eine (sehr) wichtige Bedeutung bei, während für 28 Prozent das Thema eher oder völlig unwichtig ist. Innerhalb Deutschlands verbindet knapp die Hälfte (45 Prozent) der Befragten Bayern mit einem besonderen kulinarischen Angebot, mit deutlichem Abstand vor Baden-Württemberg (18 Prozent) und Hamburg (14 Prozent).
TOP 3 Assoziation der deutschen Bundesländer mit besonderen kulinarischen Angeboten
Basis: Deutschsprachige Bevölkerung in Deutschland von 18 bis 74 Jahren (n=2.028)

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass Essen außer Haus für viele Menschen in Deutschland weiterhin einen festen Platz im Alltag einnimmt. Klassische Restaurants erfreuen sich über alle Altersklassen hinweg großer Beliebtheit, das Essen wird zumeist im Familien- und Freundeskreis genossen, während auch erlebnisorientierte Aspekte vermehrt die Entscheidung für oder gegen ein gastronomisches Angebot prägen.
Gleichzeitig verstärken steigende Preise soziale Unterschiede im Ausgabeverhalten und führen zu einem bewussteren Konsum. Die Preissteigerungen der letzten Jahre tragen dazu bei, dass sich das Konsumverhalten im Gastgewerbe polarisiert: Während eine Hälfte der deutschen Bevölkerung gastronomische Leistungen vermehrt oder in unverändertem Umfang in Anspruch nimmt, kann sich die andere Hälfte das gastronomische Angebot außer Haus nicht mehr leisten. Der jüngere Teil der deutschen Bevölkerung (18 bis 49 Jahre) geht dabei häufiger außer Haus essen als der ältere Teil (50 Jahre und älter).
Neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis spielt die kulinarische Ausrichtung der gastronomischen Einheit eine entscheidende Rolle für oder gegen die Wahl eines Lokals. Die italienische und die deutsch/regionale Küche gehören nach wie vor zu den beliebtesten Gastronomieangeboten in Deutschland, mit etwas Abstand gefolgt von der asiatischen und griechischen Küche. Auch im Urlaub ist das kulinarische Angebot mehr als nur Beiwerk, sondern spielt für die Mehrheit der Befragten eine wichtige Rolle. Sowohl bei der Reiseentscheidung als auch im Hinblick auf die Wahrnehmung von Reisezielen ist die Kulinarik für den Reisenden von zunehmender Relevanz. Bayern erfreut sich in der Wahrnehmung der deutschen Bevölkerung dabei einer besonders ausgeprägten kulinarischen Identität.


Befragungszeitraum: 05.03.2026 bis 16.03.2026
Zielpersonen/Stichprobe: Die Grundgesamtheit dieser Untersuchung umfasst Frauen und Männer der deutschsprachigen Bevölkerung im Alter von 18-74 Jahren in Deutschland. Der Umfang dieser Gesamtheit beträgt ca. 59.318.000 Personen. Daraus wurde eine repräsentative Stichprobe im Umfang von 2.028 Personen gezogen.
Durchführung der Studie: NielsenIQ
Methode: Dieser Untersuchung liegt methodisch eine Quotenstichprobe zugrunde. Die Ermittlung der Quoten erfolgte auf der Basis amtlicher Statistiken (Mikrozensus 2022) sowie eigener NIQ-Berechnungen.
Zur Gewährleistung einer repräsentativen Stichprobe werden die Merkmale Geschlecht, Alter, Bundesland, Ortsgröße und Haushaltsgröße quotiert.
Die Befragung der Panel-Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgte anhand eines strukturierten Fragebogens per CAWI (Computer Assisted Web Interview), also Online.
Auswahl der Probandinnen und Probanden: Auf Grundlage des aktuellen Mikrozensus werden für jeden NIQ eBUS die Teilnehmenden aus den Accesspanels der GfK GmbH (NiceQuest), von DYNATA, CINT und NORSTAT per Quota-Auswahl angefiltert. Die Probanden werden per E-Mail zur Befragung eingeladen und erhalten zusätzlich die Benachrichtigung in ihrem persönlichen Bereich der jeweiligen Access-Panels.


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