GEFÖRDERTES PROJEKT 2023/2024

Schlagworte: Innenstadt, Stadtentwiklung, Resilienz

Vernetzungspotenziale und Transformationsdynamiken in urbanen Kontexten jenseits von sektoralen Organisationsstrukturen: Eine Operationalisierung am Beispiel der Städte Augsburg, Ingolstadt und Nürnberg

© iStock.com/AndreaKuipers/SeanPavonePhoto/FooTToo

Innenstädte stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die sich aus ihrer wachsenden Bevölkerung, ihrer räumlichen Begrenzung und den sich verändernden sozialen und ökonomischen Bedingungen ergeben. Um mit diesen Anforderungen umgehen zu können und die Visionen und Zielsetzungen räumlicher Entwicklungskonzepte festlegen zu können, muss eine Transformation von reiner Angebots- und Nachfrageorientierung hin zu einer Netzwerkorientierung gelingen, die wiederum als Grundlage dafür dienen kann, eine hohe Begegnungs- und Beziehungsqualität zu erreichen.

Die vorliegende Studie untersucht die Chancen und Herausforderungen von urbaner Vernetzung sowie städtisch-ländliche Kontexte am Beispiel der Städte Augsburg, Ingolstadt und Nürnberg durch die Operationalisierung des theoretischen Rahmenwerks „Ecosystem of Hospitality“ (Pechlaner et al., 2022). Im Fokus steht dabei die Frage, wie durch die Verknüpfung von Akteuren jenseits ihrer angestammten Sektorengrenzen Transformationsdynamiken entfaltet werden können, die zu resilienteren Stadt-Umland-Strukturen führen und dadurch eine ökonomische, aber auch eine soziale und ökologische Entwicklung ermöglichen. Der Ecosystem of Hospitality-Ansatz geht dabei davon aus, dass für diesen Wandel der Tourismus als netzwerkmobilisierender Überbau zahlreicher Teilsegmente zum „Agent of Change“ werden und vorangehen kann.

Die mehrstufige, empirische Erhebung des Projekts, bestehend aus der vergleichenden Analyse von Stadtentwicklungskonzepten, einer quantitativen Erhebung, Netzwerkanalysen sowie drei Regionalentwicklungsworkshops und einem Syntheseworkshop, spiegeln
dies wider:

  • Die Gestaltung von atmosphärisch ansprechenden Räumen („Atmospheric Design“) ermöglicht Teilhabe am Stadtgeschehen für alle dauerhaften und temporären Bewohner und kann besonders durch zielgerichtete, inklusive Beleuchtung moderiert werden.
  • Mehrdimensional und von Gruppen mit unterschiedlichen Hintergründen nutzbare Räumlichkeiten („Co-Concepts“) schaffen hierarchiefreie Begegnungsflächen, die sich besonders zur Belegung von Leerstandsflächen eignen.
  • Neue Freizeitaktivitäten („New Leisure“) können in der Stadtgestaltung an der Schnittstelle von Natur und Urbanität verortet werden und ermöglichen die Ausnutzung der Potenziale der Stadt-Umland-Verflechtungen sowie der Regeneration bereits vorhandener Natur, beispielsweise von Flussläufen.

Diese drei, in der Studie vertieft herausgearbeiteten Handlungsfelder („Fields of Action“) wirken nicht nur positiv für die Stadtgesellschaft,
sondern auch für ihre Gäste. Die Studie macht schließlich deutlich, dass die Entfaltung der zahlreichen Potenziale für eine transformative Stadtgestaltung zwar auf der lokalen Ebene stattfindet, jedoch von einem übergeordneten, strukturellen Rahmen – in diesem Fall dem Ecosystem of Hospitality – profitieren kann.

Das Forschungsprojekt kann hierfür als Beispiel dienen, wie diese wechselseitigen Austausche zwischen lokaler, operativer Ebene und strategischer, überregionaler Ebene gestaltet sein können.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Linie

Projektverantwortung

Projektleitung: Prof. Dr. Harald Pechlaner (Lehrstuhl Tourismus/Zentrum für Entrepreneurship, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)
Projektpartner: Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg (CTZ), Regio Augsburg Tourismus GmbH, IFG Ingolstadt AöR

Linie

Projektbericht

Linie

Download