STUDIE
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Schlagworte: Zielgruppen, Reiseverhalten
13. Mai 2022
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Das Bayerische Zentrum für Tourismus hat das Reiseverhalten während der Corona-Pandemie durch vier bevölkerungsrepräsentative Online-Befragungen zwischen Mai 2020 und März 2021 begleitet. Im April/Mai 2022 wurde erneut eine Umfrage durchgeführt, die das Reisen im Jahr 2022 beleuchtet. Es geht um bisherige Reisen in den ersten vier Monaten des Jahres und um die Reiseabsichten für Mai bis Oktober 2022. Dabei werden neben den Fragen nach Reiseziel, Reisemonat, Unterkunft und Verkehrsmittel auch Erkenntnisse zu Entscheidungskriterien der Unterkunft wie auch zur Wahl des Urlaubsziels gewonnen.
Sie machen sich zwar Gedanken zum Klimawandel, zur Corona-Pandemie, und auch zum Krieg in der Ukraine – dennoch möchten 42 Prozent der Deutschen, die im Sommer verreisen wollen, nicht auf ihren Urlaub im Sommer verzichten. Dies ergab eine aktuelle Online-Befragung des Bayerischen Zentrums für Tourismus, durchgeführt von GfK. 23 Prozent bereiten diese Themen aber so große Sorgen, dass sie trotz derzeitiger Reiseabsichten im Sommer vielleicht doch nicht verreisen werden.
Auch finanzielle Aspekte spielen bei den Reiseüberlegungen eine Rolle. Ein niedriger Preis ist für jeweils ein Drittel der Befragten, die verreisen möchten, aber noch nicht gebucht haben oder noch unsicher sind, ein wichtiges Kriterium für die Wahl des Urlaubsziels. Über ein Drittel gibt zudem die Sorge um die hohen bzw. weiter steigenden Preise für ihr zögerliches Buchungsverhalten an.
Obwohl sich Personen mit Reiseabsichten Gedanken zum Klimawandel, der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg machen, möchten 42 Prozent nicht auf eine Urlaubsreise im Sommer verzichten.
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69 Prozent der Deutschen möchten 2022 von Mai bis Oktober auf jeden Fall verreisen. Rund ein Drittel hat bereits gebucht, ein Viertel möchte verreisen, hat aber noch nicht gebucht und elf Prozent möchten verreisen, sind sich aber noch unsicher.
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59 Prozent möchten im Sommer innerhalb Deutschlands verreisen, 49 Prozent in ein europäisches Nachbarland. 11 Prozent werden ins außereuropäische Ausland reisen.
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Die „gute Lage“ wird mit 46 Prozent am häufigsten als Kriterium für die Wahl der Unterkunft im Sommer 2022 genannt. Auf Platz zwei und drei folgen „gute Bewertungen“ und „ansprechende Gestaltung/Einrichtung“.
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36 Prozent der Personen, die im Sommer verreisen möchten, sich aber noch unsicher sind, nennen die Sorge vor weiter hohen bzw. steigenden Preisen als Grund für ihr Zögern.
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Personen, die verreisen wollten, sich aber nun doch dagegen entschieden haben, nennen insbesondere schlechte Erfahrungen in vergangenen Urlauben mit der Einhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen, das Tragen einer Maske, Sorgen um die Corona-Inzidenzen und mögliche Schwierigkeiten mit Stornierungsbedingungen.
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In der aktuellen bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT), durchgeführt von GfK zwischen dem 28. April und 02. Mai 2022 unter über 1.000 Männern und Frauen der deutschsprachigen Bevölkerung im Alter von 18-74 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland, zeigt sich erneut, dass für die Reisenden der Urlaub wichtig ist: 65 Prozent schöpfen im Urlaub „Erholung und Entspannung“, 46 Prozent genießen die „Zeit für Partner*in, Familie und Freunde“. Fast jede Zweite/jeder Zweite sieht Urlaub als „Freiheit“ (45 Prozent) und als „etwas Besonderes“ (48 Prozent).
Bereits in den ersten vier Monaten des Jahres hat rund ein Drittel der Personen, die generell verreisen, eine oder mehrere Urlaubsreisen gemacht. Davon bewertet mehr als die Hälfte diese Urlaubsreisen als „erholsam“ (54 Prozent). Jede/jeder Fünfte empfand die Reise als „normal“ (22 Prozent) und als „teuer“ (20 Prozent).
69 Prozent der Befragten, die generell verreisen, möchten diesen Sommer auf jeden Fall in Urlaub fahren. Nach den Entbehrungen der Corona-Pandemie sind diese Ergebnisse für die Tourismusbranche erfreulich und ermutigend zugleich, so Alfred Bauer vom BZT. Die in den Corona-Jahren häufig diskutierte hohe Reisebereitschaft der Deutschen zeigt sich nun in Form von festen Reiseabsichten.
Wie in den vergangenen Jahren sind insbesondere die 40- bis 49-Jährigen sehr reiselustig: 74 Prozent haben in dieser Altersgruppe feste Reiseabsichten für die Sommermonate 2022. Rund ein Drittel der Befragten, die generell verreisen, hat bereits gebucht. In der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen sind es fast 40 Prozent.
Dieses Ergebnis sieht Cathrin Schiemenz vom BZT als besonders erfreulich für die Branche, da die Reiseabsichten und Reiseaktivitäten in dieser Altersgruppe während der Corona-Pandemie sehr verhalten waren.
59 Prozent der Personen, die zwischen Mai und Oktober 2022 verreisen möchten, werden mindestens einen Urlaub in Deutschland verbringen: Dabei führt Bayern die Rangliste an, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. 49 Prozent wollen mindestens einen Urlaub im europäischen Ausland verbringen – angeführt von Spanien. 11 Prozent beabsichtigen, in ein außereuropäisches Land zu reisen.
Angesichts der zunehmenden Auslandsziele nimmt das Auto als bevorzugtes Verkehrsmittel für die An- und Abreise wieder ab: Rund die Hälfte der Personen mit Reiseabsichten für die Sommermonate wollen den Pkw nutzen, und 29 Prozent planen zu fliegen.
Für die Reisenden im Sommer sind die autarken Wohneinheiten wie Ferienwohnungen oder -häuser weiterhin die beliebteste Unterkunftsform: 35 Prozent möchten dort übernachten. Insbesondere mittelgroße und große Hotels werden wieder stärker nachgefragt.
Bei den Kriterien für die Auswahl der Unterkunft nennen 46 Prozent die „gute Lage“ als entscheidend, gefolgt mit jeweils 34 Prozent für „gute Bewertungen“ und „eine ansprechende Einrichtung“. Für 31 Prozent ist der günstige Preis ein wichtiges Auswahlkriterium.
Befragungszeitraum:
28.04.2022 bis 02.05.2022
Zielpersonen/Stichprobe:
Die Grundgesamtheit dieser Untersuchung umfasst Männer und Frauen im Alter von 18-74 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland. Der Umfang dieser Gesamtheit beträgt ca. 58.432.000 Personen (deutschsprachige Bevölkerung). Daraus wurde eine repräsentative Stichprobe im Umfang von 1.001 Personen gezogen.
Durchführung der Studie: GfK
Methode:
Dieser Untersuchung liegt methodisch eine Quotenstichprobe zugrunde. Die Ermittlung der Quoten erfolgte auf der Basis amtlicher Statistiken (Mikrozensus 2020) sowie eigener Berechnungen. Zur Gewährleistung einer repräsentativen Stichprobe werden die Merkmale Geschlecht, Alter, Bundesland, Ortsgröße, Haushaltsgröße und Schulbildung des Haushaltsvorstandes quotiert. Die Befragung der Panel-Teilnehmer erfolgte anhand eines strukturierten Fragebogens per CAWI (Computer Assisted Web Interview), also online.
Auswahl der Probanden:
Auf Grundlage des aktuellen Mikrozensus werden für jeden GfK eBUS® die Teilnehmer/innen aus dem Accesspanel der GfK SE („askGfK“) per Quota-Auswahl angefiltert. Die Probanden werden per E-Mail zur Befragung eingeladen und erhalten zusätzlich auf ihrer Eingangsseite zu „askGfK“ die Mitteilung, dass ein Fragebogen zur Verfügung steht.