GEFÖRDERTES PROJEKT 2020/2021
GEFÖRDERTES PROJEKT 2020/2021
Schlagworte: Destinationsentwicklung, Bürgerbeteiligung, Tourismusakzeptanz
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Im Fokus dieses anwendungsorientierten Projekts steht in erster Linie die Frage, wie in Destinationen, die sich einer besonders großen touristischen Nachfrage erfreuen, die Tourismusakzeptanz seitens der lokalen Bevölkerung nachhaltig erhöht werden kann. Vor diesem Hintergrund werden in drei bayerischen Destinationen – konkret München, dem Tölzer Land und dem Fränkischen Seenland – Experteninterviews und Erhebungen unter der Wohnbevölkerung durchgeführt, um den zentralen Fragen nachzugehen, ob und wie eine Verbesserung der Tourismusakzeptanz unter stärkerer Einbindung der Bevölkerung im Rahmen von Beteiligungsprozessen gelingen kann. Die projektrelevanten Destinationen repräsentieren dabei unterschiedliche Destinationsprofile.
Temporär hohe Touristenzahlen dürften in den meisten touristischen Destinationen des Freistaates Bayern zu finden sein, z. B. an Attraktionspunkten und Verkehrsknotenpunkten. Wichtig ist an dieser Stelle hervorzuheben, dass diese Verdichtungen nicht zwangsläufig zu dem Phänomen des ‚Overtourism‘ führen (Butler 2019). Maßgeblich für die Frage, ob sich aus einem erhöhten Tourismusaufkommen ‚Overtourism‘ entwickelt oder nicht, ist letztendlich die Akzeptanz des Tourismus durch die Wohnbevölkerung.
Zentral ist demnach die Frage, welche Faktoren die Wahrnehmung des Tourismus und folglich die Tourismusakzeptanz beeinflussen. Dabei steht im Fokus, wie der Austauschprozess zwischen den Bürgern und den Planungsverantwortlichen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft gestaltet wird. Ausgangspunkt der Betrachtungen sind die Bedürfnisse der Einheimischen und ihre Motive zur Bedürfnisbefriedigung. Das zentrale Motiv der local communities ist die nachhaltige Verbesserung ihrer Lebensqualität im ökonomischen, sozialen und psychologischen Sinne (Ap 1992).
Das Modell von Ap (1992) bietet seit vielen Jahren einen zielführenden theoretisch-methodischen Rahmen, die Wirkungen von systematischen Beteiligungsprozessen in der Tourismusentwicklung zu erheben und zu analysieren. Bei Betrachtung des Modells wird augenscheinlich, dass die Beteiligung der Bürger und die Ausgestaltung dieser Beteiligungsprozesse wesentliche Hebel zur Steigerung der Tourismusakzeptanz und somit zur Vermeidung des sozio-psychologischen Phänomens des ‚Overtourism‘ darstellen. Die Bürgerbeteiligung im Rahmen der vorliegenden Studie orientiert sich an dem bereits 1969 von Arnstein definierten Verständnis von Beteiligung.
Die Studie wird in drei zentralen Tourismusdestinationen im Freistaat Bayern durchgeführt. Die Auswahl der Destinationsräume wird im Sinne einer möglichst guten Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere bayerische Tourismusdestinationen getroffen und deckt somit verschiedene Entwicklungs- und Destinationstypen ab: Urbaner Raum: Stadt München; Übergang zwischen urban und ländlich geprägtem Raum: Tölzer Land; Ländlicher Raum: Fränkisches Seenland. Die Vorgehensweise bei der Datengewinnung ist sowohl quantitativ als auch qualitativ ausgerichtet.

Abbildung: Prozessmodell der sozialen Austauschtheorie (Ap 1992, S. 670)
Der Tourismusakzeptanzsaldo (TAS) wird seit 2019 vom Deutschen Institut für Tourismusforschung (DIFT) repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland sowie seit 2020/21 repräsentativ auf der Ebene von einigen Gemeinden und Regionen erhoben. Die Erhebung zielt im Kern darauf ab, die Einstellung der Wohnbevölkerung gegenüber den wahrgenommenen Wirkungen des Tourismus, also die Tourismusakzeptanz, jeweils bezogen auf den Wohnort (TAS-W) und auf die eigene Person (TAS-P), zu erfassen. Aufgrund des multidimensionalen und subjektiven Charakters der Tourismusakzeptanz wird die Aussagekraft von quantitativen Erhebungen von einigen Autoren durchaus kritisch gesehen (Bauer et al. 2020). Die Autoren der vorliegenden Studie haben sich im Sinne eines Mixed-Method-Ansatzes für eine Kooperation mit den verantwortlichen Kolleginnen und Kollegen der TAS-Studie entschieden. Der Anschluss an die Studie ermöglicht eine erstmalige TAS-Erhebung der Destinationen Tölzer Land und Fränkisches Seenland sowie die Einordnung der Erhebungsdaten im Kontext der großflächig angelegten TAS-Studienreihe. Die städtische Destination München wurde im Rahmen einer Magic Cities-Erhebung der TAS-Studie abgedeckt.

Das Projekt zeigt auf, dass die Tourismusakzeptanz in zwei der drei gewählten Tourismusdestinationen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau liegt. Damit wird ein deutlicher Handlungsbedarf offengelegt. Darüber hinaus wird in allen drei Destinationen eine Unzufriedenheit mit der Bereitschaft und Fähigkeit der Politik respektive der Administration wahrgenommen, ihrem Gestaltungsauftrag nachzukommen. Änderungen werden gewünscht, von der Einführung und Umsetzung systematischer Beteiligungsprozesse versprechen sich die Befragten aus Perspektive der local communities optimierte Planungsprozesse und somit eine gesteigerte Akzeptanz der politischen Entscheidungen respektive der avisierten touristischen Entwicklung. Bezugnehmend auf das Modell der sozialen Austauschtheorie von Ap (1992) ist festzuhalten, dass die Wohnbevölkerung in Austauschprozesse eintritt, mit dem Ziel, ihre persönliche Lebensqualität zu verbessern. Im Fränkischen Seenland und im Tölzer Land sind bis dato kaum Ansätze in Richtung einer nachhaltigen und partizipativen Planungsstrategie erkennbar. Grundsätzlich besteht eine Unzufriedenheit im bestehenden Austausch mit der Politik und Administration, sodass es – in Bezugnahme auf Ap (1992) – häufig zu einem Abbruch des Austauschs und somit zu einer sinkenden kommt.
Ebenso werden in den drei untersuchten Destinationen von zahlreichen Gesprächspartner*innen als zentrale Faktoren mangelnde Rationalität und Reziprozität, ein Ungleichgewicht im Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren sowie unbefriedigende Resultate genannt. Aufgrund der seit Jahrzehnten bestehenden Erkenntnis um die sozialen Wirkungen der Entwicklungen des Tourismus und der bedeutenden Rolle der local communities ist den bayerischen Tourismusdestinationen zu empfehlen, die aktuellen Transformationsprozesse ernst zu nehmen und nicht zu negieren.
In der Forschung wurden systematische Beteiligungsverfahren als eine geeignete Methode identifiziert, um einerseits den Rahmen für einen fortwährenden Austausch zwischen Bevölkerung und Politik und Verwaltung zu garantieren, und um andererseits die legitimen Bedürfnisse der Bevölkerung besser in die Planungsziele einzubinden. In der Folge können die Akzeptanz der Arbeit von Politik und Verwaltung sowie jene des Tourismus steigen. Die Implementierung einer Beteiligungskultur und entsprechender Beteiligungsprozesse erfordert viel Arbeit und Zeit. Die Ergebnisse dieser Studie können – in Anlehnung an weitere internationale Studien – als Appell verstanden werden, die zukünftigen Planungs- und Entwicklungsprozesse in den bayerischen Tourismusdestinationen grundlegend und möglichst zeitnah an die aktuellen Erfordernisse anzupassen.

Prof. Dr. Marcus Herntrei (Technische Hochschule Deggendorf, European Campus Rottal-Inn)
Prof. Dr. Markus Pillmayer (Hochschule für angewandte Wissenschaften München, Fakultät für Tourismus)
Prof. Dr. Nicolai Scherle (FOM Hochschule für Oekonomie und Management, Hochschulzentrum München)
Dr. Viachaslau Nikitsin (Technische Hochschule Deggendorf, European Campus Rottal-Inn)


Bayerisches Zentrum für Tourismus
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