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Schlagworte: Lebensraum, Overtourism, Übertourismus
26. März 2026
© iStock.com/Marc Bruxelle
Über die Hälfte der Deutschen haben bereits vom Begriff Overtourism/Übertourismus gehört oder gelesen. Das zeigt eine im Januar 2026 durchgeführte repräsentative Umfrage des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT) unter 3.021 Personen der deutschsprachigen Bevölkerung im Alter zwischen 18 und 74 Jahren. Neben der Bekanntheit des Begriffs wurden auch Themen wie Assoziationen mit dem Begriff, Erfahrungen mit Overtourism/Übertourismus, verändertes Reiseverhalten wegen Overtourism/Übertourismus und die Akzeptanz bestimmter Maßnahmen zur Beschränkung der Besucherzahlen an touristisch stark frequentierten Orten und Sehenswürdigkeiten abgefragt.

55 Prozent der Deutschen haben bereits von dem Begriff Overtourism/Übertourismus gehört oder gelesen.
© iStock.com/Tero Vesalainen
Drei Viertel der Befragten verbinden den Begriff mit „überlaufen, zu viele Menschen an einem Ort“.
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46 Prozent haben das Phänomen des Overtourism/Übertourismus bereits auf Reisen und/oder in ihrem Wohnort erlebt
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Personen, die das Phänomen Overtourism/Übertourismus bereits selbst erlebt haben, geben zu 55 Prozent an, dass sie ihr Reiseverhalten geändert haben.
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Von den Personen, die ihr Reiseverhalten geändert haben, verreisen 61 Prozent in der Nebensaison und 49 Prozent geben an, anderswo Urlaub zu machen
© iStock.com/Pra-chid
Den höchsten Zuspruch zur Einschränkung der Besucherzahlen erhalten die „Einführung gesetzlicher Sanktionen“ und „Verhaltensregeln für Besucher“.
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Besonders in den jüngeren Altersgruppen ist der Begriff weit verbreitet: Während der Anteil bei den 18- bis 29-Jährigen bei 64 Prozent liegt, ist er in der Gruppe der 70- bis 74-Jährigen nur 44 Prozent bekannt. Inhaltlich wird Overtourism vor allem mit „Überfüllung“ und „zu vielen Touristen an einem Ort“ verbunden (75 Prozent). Weitere Assoziationen sind „Belastungen für Einheimische“ (15 Prozent) sowie „Umweltbelastungen und -schäden“ (13 Prozent).

Im weiteren Verlauf der Befragung wurde den Probandinnen und Probanden folgende Begriffsdefinition vorgelegt, um ein einheitliches Verständnis der Begrifflichkeit Overtourism/Übertourismus zu schaffen:
„Overtourism“ oder auf Deutsch „Übertourismus“ bezeichnet eine Situation, in der ein Reiseziel von so vielen Touristen besucht wird, dass es negative Auswirkungen auf die Umwelt, die lokale Bevölkerung und die touristische Erfahrung selbst hat.
Bei der Beschäftigung mit dem Phänomen „Overtourism“ bzw. „Übertourismus“ zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Personen, die den Begriff bereits gehört oder gelesen haben, und jenen, denen er bislang unbekannt war. In der letztgenannten Gruppe geben 32 Prozent an, sich darüber bislang keine Gedanken zu machen. Nachdem sie jedoch eine Definition des Begriffs gelesen haben, berichten immerhin 16 Prozent, dass sie das Phänomen stark oder sehr stark beschäftigt. Unter den Befragten, die bereits vor der Erhebung mit dem Begriff vertraut waren, geben hingegen 38 Prozent an, dass sie sich stark oder sehr stark damit auseinandersetzen und ihre Reiseentscheidungen entsprechend ausrichten.
Bezogen auf Deutschland berichten 43 Prozent von Erfahrungen mit Overtourism/Übertourismus im Rahmen eines Urlaubs in Deutschland oder an ihrem Wohnort.
Grundsätzlich stimmen 68 Prozent der Aussage zu, dass zu viele Touristen das eigene Reiseerlebnis beeinträchtigen. Zudem sind 67 Prozent der Meinung, dass Reisende eine gewisse Verantwortung tragen, negative Auswirkungen zu reduzieren. Deutliche Ablehnung (56 Prozent) erhält die Aussage, die Lebenswelt der Einheimischen sei ihnen egal. Unsicher zeigen sich viele hingegen bei der Frage, ob die eigene Anwesenheit am Reiseziel ausschließlich Vorteile für die lokale Bevölkerung bringt: 50 Prozent geben hier „teils/teils“ als Antwort an.
Mehr als die Hälfte derjenigen, die Overtourism bereits selbst erlebt haben, hat das eigene Reiseverhalten verändert. 61 Prozent geben an, lieber in der Nebensaison zu verreisen und 56 Prozent bekannte Hotspots zu vermeiden. Beinahe die Hälfte der Personen, die ihr Reiseverhalten geändert haben, beabsichtigen, anderswo Urlaub zu machen.
Den höchsten Zuspruch zur Einschränkung der Besucherzahlen erhalten die „Einführung gesetzlicher Sanktionen“ und „Verhaltensregeln für Besucher“. Auch die Einführung von Besucherobergrenzen sowie Vorabbuchungen von Tickets an Sehenswürdigkeiten erfahren Zustimmung bei mehr als der Hälfte der Befragten. Abgelehnt werden Maßnahmen wie Erhöhung von Eintrittspreisen oder gar die Schließung von Orten und Sehenswürdigkeiten.

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Befragungszeitraum: 15.01.2026 bis 02.02.2026
Zielpersonen/Stichprobe: Die Grundgesamtheit dieser Untersuchung umfasst Frauen und Männer der deutschsprachigen Bevölkerung im Alter von 18-74 Jahren in Deutschland. Der Umfang dieser Gesamtheit beträgt ca. 59.318.000 Personen. Daraus wurde eine repräsentative Stichprobe im Umfang von 3.021 Personen gezogen.
Durchführung der Studie: NielsenIQ
Methode: Dieser Untersuchung liegt methodisch eine Quotenstichprobe zugrunde. Die Ermittlung der Quoten erfolgte auf der Basis amtlicher Statistiken (Mikrozensus 2022) sowie eigener NIQ-Berechnungen. Zur Gewährleistung einer repräsentativen Stichprobe werden die Merkmale Geschlecht, Alter, Bundesland, Ortsgröße und Haushaltsgröße quotiert. Die Befragung der Panel-Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgte anhand eines strukturierten Fragebogens per CAWI (Computer Assisted Web Interview), also Online.
Auswahl der Probandinnen und Probanden: Auf Grundlage des aktuellen Mikrozensus werden für jeden NIQ eBUS die Teilnehmer aus den Accesspanels der GfK GmbH (NiceQuest), von DYNATA, CINT und NORSTAT per Quota-Auswahl angefiltert. Die Probanden werden per E-Mail zur Befragung eingeladen und erhalten zusätzlich die Benachrichtigung in ihrem persönlichen Bereich der jeweiligen Access-Panels.


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