GEFÖRDERTES PROJEKT 2026/2027

Schlagworte: Ökonomie, Krisenresilienz, KMU

Tourismus-Stresstest: Exogene Schocks, Vulnerabilität und Resilienz bayerischer KMU in touristischen Wertschöpfungsnetzwerken

© iStock.com/Galeanu Mihai

Der bayerische Tourismus hat sich nach den Krisen der vergangenen Jahre quantitativ erholt, bleibt jedoch gegenüber exogenen Schocks verwundbar. Energie- und Preisschocks, Extremwetterereignisse oder geopolitische Unsicherheiten treffen touristische KMU nicht isoliert, sondern wirken über komplexe Wertschöpfungsnetzwerke aus Beherbergung, Gastronomie, Mobilität, Freizeit- und Kulturangeboten, Plattformen, Zulieferern und unterstützenden Akteuren. Trotz guter Nachfrage stehen viele Betriebe unter erheblichem ökonomischem Druck: steigende Kosten, enge Margen, Liquiditätsengpässe, Investitionsrückstände und Abhängigkeiten von zentralen Vorleistungen schwächen ihre Anpassungsspielräume. Bislang ist jedoch nur begrenzt verstanden, wie sich exogene Schocks in konkrete betriebswirtschaftliche Belastungen und Geschäftsmodellstress übersetzen und unter welchen Bedingungen kurzfristige Stabilisierung in Lernen, Anpassung und transformative Resilienz übergehen kann.

Das Projekt „Tourismus-Stresstest“ untersucht, wie sich exogene Schocks auf die Vulnerabilität touristischer KMU in bayerischen Wertschöpfungsnetzwerken auswirken und welche Faktoren transformative Resilienz fördern. Konzeptionell verbindet das Vorhaben Vulnerabilitätsforschung mit den Dimensionen Exposition, Sensitivität und Anpassungskapazität sowie Geschäftsmodellforschung und Resilienz. Methodisch werden relevante Schocks identifiziert, typische Geschäftsmodelle touristischer KMU einem Stresstest unterzogen und die wirtschaftlich-finanziellen Folgen dieser Schocks explorativ untersucht. Dabei stehen betriebswirtschaftliche Wirkmechanismen im Mittelpunkt, insbesondere Kostenstruktur, Erlösmodell, Liquidität, Margen, Preisgestaltung, Investitionsfähigkeit, Beschäftigung sowie Abhängigkeiten von Vorleistungen und Partnern.

Die Ergebnisse werden in einem Abschlussbericht und einem Policy Brief aufbereitet. Das Vorhaben leistet damit einen Beitrag zur ökonomischen Resilienzforschung im Tourismus und entwickelt praxisnahe Grundlagen, um Verwundbarkeiten, Geschäftsmodellstress und resilienzfördernde Handlungsmöglichkeiten im bayerischen Tourismus frühzeitig sichtbar zu machen.

Linie

Projektverantwortung

Prof. Dr. Hannes Thees (Lehrstuhl Tourismus, Zentrum für Entrepreneurship, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)