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Schlagworte: Generation Z, Reiseverhalten, Arbeitswelt
Von Kathrin John, 19. Januar 2026
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Im November/Dezember 2025 führte das Bayerische Zentrum für Tourismus das sechste Jahr in Folge eine Online-Befragung unter Erstsemesterstudierenden an bayerischen Universitäten und Hochschulen durch. Die Umfrageergebnisse bieten exemplarische Einblicke in verschiedenste Aspekte der studentischen Lebenswirklichkeit, unter anderem die Wahl der Bildungseinrichtung und des Studiengangs, Berufs- und Lebensziele, aktuelle Sorgen und Ängste sowie Einstellungen und Assoziationen zum Thema Reisen. Zudem wurde die Befragung im Jahr 2025 um den Themenbereich „Kompetenzen und Arbeitswelt der Zukunft“ ergänzt, um die Wahrnehmungen und Einschätzungen der jungen Alterskohorte zu Veränderungen und prägenden Trends der zukünftigen Arbeitswelt, zur Bedeutung und Ausprägung von (überfachlichen) Kompetenzen, zum Einfluss und zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz sowie zu den priorisierten Kriterien einer idealen Lernumgebung zu erfassen. Im Fokus der Befragung steht insbesondere die Altersgruppe der Generation Z (geb. 1995 – 2010).
Die gewonnenen Daten erheben keinen Anspruch auf Repräsentativität für Erstsemesterstudierende in Bayern. Dennoch vermittelt die Gegenüberstellung der Umfrageergebnisse der sechs Erhebungsreihen einen Eindruck von den jüngeren Studierendengenerationen sowie von möglichen zukünftigen Entwicklungstendenzen in den untersuchten Lebens- und Themenbereichen.
Wenn nicht anders ausgewiesen, wird in folgendem Beitrag Bezug auf die Befragungsergebnisse der aktuellen Befragungsserie aus dem Jahr 2025 genommen.
Alle Sonderauswertungen und Ergebnisse stehen am Ende des Beitrages zum Download bereit.

Sinnhaftigkeit und ein hohes Einkommen werden von den Studierenden mit jeweils 61 Prozent als wichtige Aspekte ihrer zukünftigen beruflichen Tätigkeit bewertet.
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62 Prozent der Studierenden wünschen sich für ihre berufliche Zukunft eine ausgewogene Work-Life-Balance.
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Die politische Lage in der Welt (68 Prozent) und die politische Lage in Deutschland (52 Prozent) formen die größten Sorgen und Ängste der Studierenden.
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79 Prozent erwarten, dass sich die Arbeitswelt in den nächsten zehn Jahren (sehr) stark verändern wird.
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Für 89 Prozent der Studierenden stellt die Künstliche Intelligenz den prägendsten Trend zukünftiger Entwicklungen der Arbeitswelt dar.
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77 Prozent der Studierenden wünschen sich im Rahmen Ihres anstehenden Studiums etwas über die Anwendung, Möglichkeiten, Grenzen und Risiken von KI-Tools zu lernen.
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An der Online-Befragung haben sich im Jahr 2025 insgesamt 227 Studierende beteiligt, von denen sich 70 Prozent als weiblich, 29 Prozent als männlich und ein Prozent als divers identifizierten.
Die Mehrheit der Studierenden ist in Bayern (63 Prozent) oder in Baden-Württemberg (14 Prozent) aufgewachsen. Die restlichen Befragten haben diesen Lebensabschnitt in einem anderen deutschen Bundesland (20 Prozent), im europäischen Ausland (vier Prozent) oder im außereuropäischen Ausland (drei Prozent) verbracht.
Die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer studiert an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften (85 Prozent). 15 Prozent sind an einer Universität, technischen Universität oder pädagogischen Hochschule eingeschrieben. Die fünf häufigsten Studienrichtungen, denen die Studierenden ihren Studiengang zuordnen, sind:
86 Prozent der Studierenden absolvieren ein Vollzeitstudium, neun Prozent ein duales Studium. Drei Prozent der Befragten studieren berufsbegleitend und ein Prozent in Teilzeit.
Wie bereits in den Vorjahren spielt bei der Wahl der Bildungseinrichtung die Nähe zum Elternhaus eine wichtige Rolle: 38 Prozent der Studierenden wählten ihre Hochschule bzw. Universität mit Blick auf die räumliche Nähe. Gleichzeitig hat im Vergleich zu den Vorjahren vor allem ein hoher Freizeitwert der Region (37 Prozent) als Entscheidungskriterium an Relevanz gewonnen. Weiterhin wichtig sind darüber hinaus inhaltliche und qualitätsbezogene Kriterien. So nennen 31 Prozent das Angebot des Wunschstudiengangs als ausschlaggebend, während jeweils 23 Prozent den hohen Praxisbezug sowie den guten Ruf der Bildungseinrichtung als entscheidend erachten.
Bei der Wahl des Studiengangs selbst stehen vor allem das inhaltliche Interesse (67 Prozent), die Übereinstimmung mit persönlichen Interessen und Fähigkeiten (56 Prozent) sowie die Perspektive auf vielfältige Berufsmöglichkeiten (55 Prozent) im Vordergrund – Faktoren, die auch in den Vorjahren von ähnlicher Bedeutung waren.
Ein Blick auf die Finanzierung des Studiums verdeutlicht die weiterhin hohe Bedeutung elterlicher Unterstützung im Leben der Studierenden: In erster Linie wird dieses durch die finanziellen Beiträge von Eltern, Großeltern oder anderen Personen getragen (41 Prozent). Dieses Ergebnis weist inhaltliche Parallelen zur repräsentativen Trendstudie Jugend in Deutschland von Schnetzer et al. (2024) (n= 2.024) auf, in der (groß-)elterliche Unterstützung ebenfalls als primäre Finanzierungsquelle von Studierenden identifiziert wird. Zugleich machen die Autoren darauf aufmerksam, dass ein solches Resultat im Umkehrschluss bedeutet, dass „…die restlichen der Studierenden sich nicht auf diese Unterstützung verlassen können“ (Schnetzer et al., 2024, S. 87). Die Ergebnisse der Erstsemesterbefragung verdeutlichen, dass sich knapp ein Viertel der Studierenden durch einen oder mehrere Nebenjob(s) (24 Prozent) und zwölf Prozent über den Bezug von BAföG finanziert – und reihen sich somit in die Vorjahresbefunde ein, die ähnliche Verteilungen der Finanzierungsformen erkennen ließen.
Die Eltern nehmen für die jungen Studierenden eine zentrale Vorbildfunktion (32 Prozent) ein. Wolfert und Quenzel (2019) konstatieren darüber hinaus, dass Mitglieder der Generation Z verhältnismäßig spät aus ihrem Elternhaus ausziehen – eine Feststellung, die auch durch die Vorjahresbefragungen gestützt werden kann. Neben den besonderen Rahmenbedingungen während der Corona-Pandemie und finanziellen Gesichtspunkten lässt sich diese Entwicklung auch dadurch erklären, dass junge Menschen das Jugend- und junge Erwachsenenalter zunehmend als verlängerte Orientierungsphase erleben, die stark von Identitätsfindung geprägt ist (Parment, 2023).
Im Rahmen der diesjährigen Erhebung lassen sich jedoch Veränderungen hinsichtlich der Wohnsituation der Studierenden feststellen: Während im Jahr 2024 noch 42 Prozent angaben, im elterlichen Haushalt zu leben, liegt der Anteil bei der Erhebung im Jahr 2025 bei 31 Prozent. Gleichzeitig erhöht sich der Anteil der Studierenden, die in einem Studentenwohnheim wohnen, auf 24 Prozent (2024: 15 Prozent). Darüber hinaus leben 20 Prozent in einer eigenen Wohnung und 19 Prozent in einer Wohngemeinschaft, während vier Prozent andere Wohnverhältnisse angeben.
Der Anteil der Studierenden im Fachbereich Tourismus-Management liegt mit 37 Prozent (n=85) deutlich höher als im Rahmen der vorherigen Erhebungswellen (2020: 19 Prozent, 2021: 14 Prozent, 2022: zwölf Prozent, 2023: 16 Prozent, 2024: sieben Prozent). Von denjenigen Probandinnen und Probanden, die nicht Tourismusmanagement studieren (n=142), haben neun Prozent den Studiengang zunächst in Erwägung gezogen, diese Überlegung jedoch wieder revidiert. Über drei Viertel der Teilnehmenden (85 Prozent) geben an, den Studiengang nicht in Betracht gezogen zu haben.
Studierende, die den Studiengang nicht erwogen haben (n=120), führen ihre Entscheidung überwiegend auf ein fehlendes fachspezifisches Interesse zurück (82 Prozent). Weitere Gründe sind die Erwartung eines niedrigen Gehaltsniveaus in der Tourismusbranche (16 Prozent) sowie wahrgenommene schlechte Arbeitsbedingungen im touristischen Bereich (elf Prozent).
Wie in der Vorjahreserhebung haben sich zehn Prozent der Studierenden neben einem Studienplatz auch um einen oder mehrere Ausbildungsplatz/-plätze beworben. Grundsätzlich begründen die Probandinnen und Probanden ihre Entscheidung gegen eine Berufsausbildung mit damit verbundenen begrenzteren Aufstiegs- und Verdienstchancen. Die (zu) geringe Ausbildungsvergütung kristallisiert sich auch im Rahmen einer repräsentativen Befragung der Bertelsmann Stiftung von 14- bis 24-Jährigen (n=1.498) als zentrales Hemmnis heraus (Barlovic et al., 2025). Klaffke (2021) ergänzt in diesem Kontext, dass ein genereller Trend zur Akademisierung ein geschmälertes Interesse an Berufsausbildungen zur Folge haben kann. Die aktuelle DIHK-Ausbildungsumfrage 2025 betont ebenfalls, dass der Bewerbermangel als zentrale Herausforderung für Ausbildungsbetriebe bestehen bleibt, bedingt sowohl durch den demographischen Wandel mit rückläufigen Schulabsolventenzahlen als auch der Präferenz für akademische Bildungswege, wobei eine praxisnahe Ausbildung nach Ansicht der DIHK für bestimmte Studierendengruppen oftmals einen potenziell geeigneteren Bildungsweg darstellen könnte (Deutsche Industrie- und Handelskammer [DIHK], 2025).
Im Einklang mit den Vorjahreserhebungen vermitteln die Ergebnisse im privaten Kontext ein eher konservatives Bild der jungen Studierendengeneration – im Sinne einer Rückkehr zu traditionellen bzw. Mainstream-Lebenswerten, welche Calmbach et al. (2020) auch als Regrounding bezeichnen. So geben 62 Prozent der Befragten an, später einmal heiraten zu wollen. Zudem wünscht sich knapp die Hälfte (49 Prozent) mehrere Kinder, während acht Prozent den Wunsch nach einem Kind äußern. 18 Prozent möchten später einmal keine Kinder haben. Auch in der Studie von Schnetzer et al. (2025) bewerten die befragten 14- bis 29-Jährigen die Familie als wichtigsten Wert ihrer Lebensgestaltung, gefolgt von Gesundheit und Sicherheit – ein „…Wertekanon, der dem der mittleren und der älteren [Alters-]Gruppen stark ähnelt“ (Schnetzer et al., 2025, S. 29).
Allerdings sollte nach Muravina et al. (2024) davon abgesehen werden, junge Menschen als einheitliche Kohorte zu betrachten, da eine solche Perspektive der Vielfalt innerhalb von Generationen nicht gerecht wird.
Auch in diesem Jahr verdeutlichen die Ergebnisse, wie sich jüngste globale Entwicklungen in den Sorgen und Ängsten der Studierenden widerspiegeln. So dominieren Sorgen um die politische Lage in der Welt (68 Prozent) sowie die politische Lage in Deutschland (52 Prozent). Auch private Aspekte, wie Sorgen um den erfolgreichen Abschluss des Studiums (48 Prozent) und um die eigene finanzielle Situation (48 Prozent) zeigen sich in diesem Kontext ausgeprägt. Die Sorge um den Klimawandel – ein gesellschaftliches Thema, das die junge Generation seit mehreren Jahren bewegt (Blankenberger, 2022; European Travel Commission [ETC], 2020; Görtz & Langness, 2024) – zeigt sich in den diesjährigen Umfrageergebnissen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich weniger dominant. Während im Jahr 2024 noch 58 Prozent diesbezügliche Sorgen geäußert haben, sind es im Jahr 2025 nur noch 45 Prozent. Dennoch rangieren Klimabedenken an vierter Stelle der betrachteten Aspekte, was die Annahme untermauert, dass dieser Faktor für die junge Studierendengeneration weiterhin von bedeutsamer persönlicher Relevanz ist (Deloitte, 2024, 2025).
In erster Linie assoziieren die Studierenden das Thema Reisen mit dem Kennenlernen neuer Kulturen, Landschaften und Menschen (37 Prozent), erachten es als wichtige Aktivität, um den eigenen Horizont zu erweitern (21 Prozent) und als Notwendigkeit, um zu entspannen und Abstand zum Alltag zu gewinnen (14 Prozent). Trotz der ausgeprägten Sorge um den Klimawandel wird die Klimabelastung im ersten Moment nur von zwei Prozent der Studierenden mit dem Reisen verbunden.
Für eine perfekte Reise bedarf es aus Sicht von über der Hälfte der Befragten (56 Prozent) eines oder einer Mitreisenden, gefolgt von dem Wunsch, eine bis dato noch nicht besuchte Destination (43 Prozent) oder ein weltweites Ziel (41 Prozent) zu besuchen. Auch zeigen die Studierenden Interesse an Aktivurlauben (36 Prozent), Strand- und Badeurlauben (30 Prozent) sowie Backpackingreisen (27 Prozent). Partyurlaube (fünf Prozent), Pauschalreisen (fünf Prozent), Kreuzfahrten (vier Prozent) oder ein Ziel in Deutschland (vier Prozent) sind nur für eine Minderheit Teil einer perfekten Reise. Auch andere Studien unterstreichen den hohen Stellenwert des Reisens für die jüngeren Generationen, wobei das Entdecken neuer Orte (Tufft et al., 2024), das Eintauchen in die lokale Kultur des Reiseziels (PMG, 2024), authentische Erlebnisse, nachhaltige Reiseoptionen (Münck, 2024) sowie Aktiv-, Kultur- und Erholungsurlaube (Ivasciuc et al., 2025) von besonderem Interesse sind. Der aktuelle Ibis Trends Report stellt ebenfalls die Erlebnisorientierung der Generation Z heraus: Reisen dienen vor allem der Selbstfindung und der sozialen Verbundenheit und Verantwortung. Im Unterschied zu früheren Generationen strebt sie – ähnlich wie die Generation Y (auch: Millennials) – nach Spontaneität, Abenteuer und persönlichem Wachstum, wobei soziale Medien wie TikTok und Instagram zentrale Impulsgeber für Reiseinspiration und ‑planung sind (Accor, 2025; Ciftci et al., 2026; Ivasciuc et al., 2025).
Ein Blick auf die beruflichen Wünsche der Studierenden zeigt zunächst eine abweichende Tendenz zu den Vorjahresergebnissen. Während bis zur Erhebung im Jahr 2024 jährlich rund die Hälfte der Studierenden ein angestelltes Arbeitsverhältnis in Vollzeit angestrebt haben, äußern diesen Wunsch im Jahr 2025 nur noch 42 Prozent. Zugenommen hat hingegen das Bedürfnis nach einem angestellten Arbeitsverhältnis und einer parallelen Selbstständigkeit (23 Prozent; 2024: 17 Prozent). Ferner streben 13 Prozent später einmal eine vollständige berufliche Selbstständigkeit an, während zwölf Prozent in einem angestellten Arbeitsverhältnis in Teilzeit arbeiten möchten.
Analog zu den Vorjahren bleibt eine zentrale Ambition seitens der Befragten der Wunsch nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance (62 Prozent) – ein sich fortsetzender Trend, der auch in anderen Studien zu den Lebenswelten junger Menschen deutlich wird (Deloitte, 2025; Schnetzer et al., 2025). Nahezu ein Viertel gibt in der vorliegenden Studie an, ihrem Privatleben später einmal eine größere Relevanz beizumessen als ihrem Berufsleben (24 Prozent) – acht Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr. Ein Verschmelzen von Arbeit und Privatem (auch: Work-Life-Blending) entspricht nur für elf Prozent den Vorstellungen ihrer beruflichen Zukunft. Eine Priorisierung der Arbeit über dem Privatleben strebt nur drei Prozent der Studierenden an. Wie Schnetzer et al. (2025) in diesem Kontext betonen, wurde die junge Generation „…nicht mehr gemäß der alten Weisheit „Lehrjahre sind keine Herrenjahre” erzogen. Stattdessen versuchen sie, „Work” und „Life” in ihrem Arbeitsleben im Hier und Jetzt in Balance zu bringen, weil die Zukunft zu ungewiss ist“ (Schnetzer et al., 2025, S. 53). Weitere Studien zeigen, dass die Generation Z ein ausgeprägtes Bewusstsein für mentale Gesundheit hat und diesem Aspekt hohe Priorität einräumt. Am Arbeitsplatz wird dieser insbesondere durch eine ausgewogene Balance zwischen Beruf und Privatleben positiv beeinflusst (Deloitte, 2024, 2025; Muravina et al., 2024).
Hinsichtlich der Ausgestaltung des künftigen Berufs legen die Studierenden besonderen Wert darauf, dass die Tätigkeit den eigenen Fähigkeiten entspricht (66 Prozent), einen sicheren Arbeitsplatz gewährleistet (65 Prozent), einen sinnhaften bzw. wertvollen Zweck erfüllt (61 Prozent) und ein hohes Einkommen ermöglicht (61 Prozent) – Ergebnisse, die sich auch in anderen Studien zu den Werten und Vorstellungen der jungen Alterskohorte widerspiegeln. So ist die Balance zwischen Geld, Sinn und Wohlbefinden entscheidend für das Glück am Arbeitsplatz der Generationen Z, wie der aktuelle Gen Z and Millennial Survey (n=23.000) von Deloitte (2025) unterstreicht. Auch im Rahmen der St. Galler Jugendstudie 2025 (n=1.000) wird der Stellenwert, den ein hohes Gehalt für junge Menschen im Arbeitskontext einnimmt, deutlich (Bruch et al., 2025). Die Ergebnisse von Schnetzer et al. (2025) zeigen ferner, dass Geld als wichtigster Leistungsmotivator der Generation Z fungiert (n= 2.027; 52 Prozent) – ein Trend, der sich laut den Autoren seit der Corona-Pandemie und daran anknüpfenden multiplen Krisen (u.a. Inflation, Ukraine-Krieg) deutlich verstärkt hat. Die Priorisierung finanzieller Aspekte beruht in diesem Zusammenhang daher nicht auf eigennützigen Motiven, sondern vielmehr auf der krisenhaften Weltlage und dem Wunsch der jungen Generation nach wirtschaftlicher Stabilität, um in dieser volatilen Welt bestehen zu können (Schnetzer, 2026).
In den nächsten zehn Jahren erwarten die Studierenden eine (sehr) starke Veränderung der Arbeitswelt (79 Prozent). 15 Prozent schätzen künftige Veränderungen als mäßig ein und lediglich ein Prozent erwarten wenig Veränderung.
Aus Sicht der deutlichen Mehrheit der Studierenden (89 Prozent) werden diese Veränderungen primär durch den Bereich der Künstlichen Intelligenz geprägt sein. Nachhaltigkeit und Klimawandel(-anpassung) (38 Prozent), Robotik und Automatisierung (38 Prozent) sowie Krisen und Unsicherheiten (33 Prozent) werden von der jungen Generation ebenfalls als relevante Trends bzw. Einflussgrößen der Arbeitswelt der Zukunft angesehen.
Trends der Arbeitswelt der Zukunft

Mehrfachnennungen möglich, Angaben in Prozent gerundet (n=227)
Überfachliche Kompetenzen, die aus Sicht der Studierenden künftig relevant sein werden, sind insbesondere kritisches Denken (58 Prozent), Teamfähigkeit (33 Prozent), Flexibilität und Agilität/ Resilienz (32 Prozent), Kreatives Denken (30 Prozent) sowie Belastbarkeit (28 Prozent). Hier lassen sich Parallelen zu einer Studie von Deloitte (2025) erkennen, die deutlich macht, dass insbesondere Soft Skills als (hoch) erforderlich für den eigenen Karrierefortschritt eingeschätzt werden. Andere Skills wie Kenntnisse digitaler Ethik und Verantwortung (kritisches Hinterfragen von Informationen und eigenem Handeln im digitalen Raum) (sieben Prozent) sowie IT- und Softwarekenntnisse (sieben Prozent) werden im Rahmen der diesjährigen Erstsemesterbefragung im Vergleich als weniger relevant eingestuft.
In der individuellen Bewertung des eigenen Kompetenzprofils zeigen sich zwischen den verschiedenen Soft- und Hard Skills Diskrepanzen. Während die deutliche Mehrheit Empathie/Einfühlungsvermögen (85 Prozent), Zuverlässigkeit und Genauigkeit (83 Prozent), Teamfähigkeit (78 Prozent), Kommunikationskompetenz und aktives Zuhören (74 Prozent) sowie Selbstständigkeit und Selbstmanagement (70 Prozent) als eigene Stärken einschätzt, werden KI (Verständnis und Anwendung) (27 Prozent) sowie IT- und Softwarekenntnisse (16 Prozent) den am schwächsten ausgeprägten Kompetenzen zugeordnet.
Dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf zukünftige Berufsfelder im Studienbereich begegnen die Probandinnen und Probanden mit einer ambivalenten Haltung: Während 29 Prozent eine sehr/eher positive Beeinflussung (29 Prozent) erwarten und 47 Prozent diesbezüglich teils positiv/teils negativ in die Zukunft blicken, stufen insgesamt 20 Prozent die Einflussnahme von KI als eher/sehr negativ ein. Eine solche Ambivalenz lässt sich auch in anderen Studien beobachten: „Einerseits überwiegen Neugier, Offenheit und Faszination, da KI für viele als Innovationstreiber und Türöffner zu neuen beruflichen Möglichkeiten gilt. Andererseits sorgt der rasante technologische Wandel für spürbare Verunsicherung. Viele junge Menschen befürchten, in einer KI-getriebenen Arbeitswelt nicht mehr mithalten zu können – vor allem, wenn sie selbst noch am Beginn ihrer Laufbahn stehen“ (Weiß & Sondergeld, 2025, S. 13).
Den größten KI-induzierten Einfluss erwarten die Studierenden im Erstsemester im Bereich Ingenieurwesen und Technik (52 Prozent), gefolgt von Verwaltung und Büroarbeit (48 Prozent), Industrie und Produktion (36 Prozent) und der Kreativwirtschaft (Design, Medien, Kunst) (35 Prozent). Im Bereich des Gastgewerbes und im Tourismus (sieben Prozent) und im Rechts- und Justizwesen (fünf Prozent) wird nur ein marginaler Einfluss erwartet.
Studierende nutzen KI-basierte Tools häufig zur Unterstützung in diversen Anwendungsfeldern, darunter zum besseren Verständnis komplexer Themen oder zur Erklärung von Fachbegriffen ((sehr) häufig: 65 Prozent), zur Informationsrecherche von Fachinhalten oder persönlichen Interessensgebieten ((sehr) häufig: 57 Prozent) sowie zur Textanalyse, Textverarbeitung und Texterstellung ((sehr) häufig: 43 Prozent). Weniger intensiv scheinen KI-Tools zur Erstellung von Präsentationen und visuellen Darstellungen ((sehr) häufig: elf Prozent) sowie zur Organisation von Aufgaben, Terminen oder zur persönlichen Zeitplanung ((sehr) häufig: acht Prozent) genutzt zu werden.
Das Interesse zur Verwendung von KI-Tools im Rahmen des Studiums sowie der damit verbundenen Möglichkeiten, Grenzen und Risiken, zeigt sich mit einer Zustimmung von über drei Viertel der Studierenden (77 Prozent) als grundsätzlich stark ausgeprägt. 16 Prozent geben an, diesbezüglich kein Interesse zu haben. Wie Weiß und Sondergeld (2025) betonen, verfügt die Generation Z über Basiskenntnisse und eine ausgeprägte Neugier hinsichtlich des Arbeitens mit KI-Anwendungen, jedoch besteht häufig ein Defizit an strukturierter Anleitung, die einen strategischen und effizienten Einsatz von KI ermöglichen würde. Diese Lücke „[z]wischen selbst erworbenem Wissen, intuitiver Tool-Nutzung und institutioneller Vorbereitung“ (Weiß & Sondergeld, 2025, S. 17) gilt es daher von Bildungseinrichtungen und Arbeitgebern zu schließen.
Eine perfekte Lernumgebung um fit für die Zukunft zu sein, sollte aus Sicht der Studierenden wie folgt ausgestaltet sein:
Summe der Angaben „sehr wichtig“ und „eher wichtig“ in Prozent gerundet (n=227)





Befragungszeiträume:
2020: Montag, der 09. November bis Montag, der 07. Dezember 2020
2021: Montag, der 08. November bis Montag, der 06. Dezember 2021
2022: Montag, der 07. November bis Montag, der 05. Dezember 2022
2023: Montag, der 06. November bis Montag, der 04. Dezember 2023
2024: Montag, der 04. November bis Montag, der 02. Dezember 2024
2025: Montag, der 03. November bis Montag, der 01. Dezember 2025
Methode: Online-Befragung mit soSci Survey, Vergabe des Links durch die jeweiligen Hochschulen
Die erhobenen Daten erheben keinen Anspruch, eine repräsentative Stichprobe für die Erstsemesterstudierenden in Bayern zu sein. Die Umfrageergebnisse sollen einen exemplarischen Einblick in die Gruppe der Erstsemesterstudierenden geben. Diese sind überwiegend der Generation Z zuzuordnen. Es ist davon auszugehen, dass die Beteiligung an der Umfrage – und damit die Investition von Zeit- und Arbeitsaufwand – beeinflusst wird vom Interesse am Thema der Befragung.
Zielgruppe: Erstsemesterstudierende (Bachelor- oder Staatsexamensstudiengänge)
Realisierte Stichproben:
WS 2020/2021: 545 Studierende der Hochschulen: Universität Augsburg, Universität Eichstätt-Ingolstadt, LMU München, TH Deggendorf, HaW Kempten, HaW München und Hochschule Fresenius München
WS 2021/2022: 338 Studierende der Hochschulen: Universität Augsburg, Universität Eichstätt-Ingolstadt, LMU München, TH Deggendorf, HaW Kempten, HaW München und Hochschule Fresenius München
WS 2022/2023: 376 Studierende der Hochschulen: Universität Augsburg, LMU München, Universität Passau, TH Deggendorf, HaW Kempten, HaW München, IU Standorte Bayern und Hochschule Fresenius München
WS 2023/2024: 268 Studierende der Hochschulen: Universität Augsburg, Universität Passau, TH Deggendorf, HaW Kempten, HaW München, IU Standorte Bayern, Hochschule Fresenius München und Universität Eichstätt-Ingolstadt
WS 2024/2025: 197 Studierende der Hochschulen: Universität Augsburg, LMU München, Universität Passau, TH Deggendorf, HaW Kempten, HaW München, IU Standorte Bayern, Hochschule Fresenius München und Universität Eichstätt-Ingolstadt
WS 2025/2026: 227 Studierende der Hochschulen: Universität Augsburg, LMU München, Universität Passau, TH Deggendorf, HaW Kempten, HaW München, IU Standorte Bayern und Universität Eichstätt-Ingolstadt
Hinweis: Die Abfrage von Listenitems wurde randomisiert durchgeführt. Aufgrund von Rundungsabweichungen ergeben die Werte in vereinzelten Darstellungen in der Summe nicht 100 Prozent.


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