KAMINGESPRÄCH

Open Data im Tourismus – Status quo, Herausforderungen und Potenziale im Zeitalter der KI

Nürnberg I 23. September 2025

Die Digitalisierung verändert den Tourismus grundlegend – nicht nur in der Art und Weise, wie Reisen geplant, gebucht und erlebt werden, sondern auch in den dahinterliegenden Prozessen und Strukturen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Thema Open Data, das als Grundlage für innovative digitale Anwendungen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Open Data ermöglichen es, touristischen Akteurinnen und Akteuren Informationen transparent bereitzustellen, miteinander zu vernetzen und für verschiedenste Zwecke nutzbar zu machen, von der Angebotsdarstellung bis hin zur strategischen Steuerung. Besonders im Zusammenspiel mit Künstlicher Intelligenz (KI) eröffnen sich neue Potenziale: KI-Systeme greifen auf verfügbare Daten zurück, um Inhalte automatisiert auszuspielen, Empfehlungen zu generieren oder Prozesse zu optimieren. Die Qualität und Struktur dieser Daten entscheidet dabei maßgeblich über die Sichtbarkeit touristischer Angebote in digitalen Kanälen und über die Nutzererfahrung der Gäste. Gleichzeitig stellen sich Fragen nach dem Status quo, den Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung und den Chancen, die sich aus einer konsequenten Open-Data-Strategie ergeben, insbesondere im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit touristischer Organisationen und Unternehmen.

Im Rahmen der Veranstaltung erhielten die Teilnehmenden spannende Impulse aus Wissenschaft und Praxis. Luis Moßburger eröffnete mit einem wissenschaftlichen Vortrag zur allgemeinen Einordnung und ergänzte diesen um Einblicke aus der Praxis zum Thema „Bedeutung von Open Data für die Sichtbarkeit über KI-Systeme“. Im zweiten Impulsvortrag von Markus Garnitz wurden aktuelle Anwendungsbeispiele und Erfahrungswerte rund um die Bayern Cloud Tourismus vorgestellt.

Das Kamingespräch fand in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Franken e. V. statt.

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Referenten aus Wissenschaft und Praxis

Luis Moßburger

Geschäftsführer

sparkup

Markus Garnitz

Bereichsleitung Digitalisierung

BayTM

Kernaussagen
  • Die KI ist nur so gut wie die Daten, mit denen sie gefüttert wird.
  • Wer in einer Datengetriebenen Welt sichtbar sein will, muss Daten veröffentlichen.
  • Empfehlungen aus dem „Open Data Policy Lab“:
  1. Transparenz & Dokumentation verbessern.
  2. Datenqualität & -integrität sichern.
  3. Interoperabilität & Standards ausbauen.
  4. Zugänglichkeit & Usability optimieren.
  5. Ethische Fragen berücksichtigen.
  • Digitalisierung soll Bayerns touristische Wettbewerbsfähigkeit stärken.
  • Tipps für die Datenpflege:
  1. Technische Grundlagen schaffen.
  2. Organisatorische Grundlagen schaffen.
  3. Standards der Dateneingabe etablieren.
  4. Pflegeroutine umsetzen.
  5. Pfrüfungsroutine umsetzen.
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Ergebnisse der Workshops

Nach den Vorträgen hatten die Teilnehmenden noch die Möglichkeit, ihre Fragen zum Thema vorzutragen und zu diskutieren. Als Einstieg in die Diskussion haben die Teilnehmenden ihre Erfahrungen mit der BayernCloud und ihre Herausforderungen mit dem Thema Open Data geteilt.

Die Ergebnisse des Workshops lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Die Nach-Lizensierung von Bildern zur Nutzung für Open Data gestaltet sich schwierig.
  • Die Qualität zugelieferter Daten ist sehr heterogen, teils gute, teils sehr schlechte Datenqualität oder fehlende Aktualität der Daten.
  • Vor allem Open Data aus dem Gastrobereich sind schwer zu bekommen, da hier nur teilweise Möglichkeiten vorhanden sind, eigene Daten einzupflegen und zu aktualisieren.
  • Aktuell fehlt bei vielen noch die intrinsische Motivation, ihre Daten zur freien Verfügung zu stellen.
  • Man braucht die „großen Player“ als Zugtiere, damit andere Unternehmen ihre Daten für Open-Data-Plattformen zur Verfügung stellen und darin einen Nutzen sehen.
  • Die KI ist aktuell für viele noch eine Blackbox, wie Google früher auch. Das könnte sich in Zukunft jedoch ändern.
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