GEFÖRDERTES PROJEKT 2026/2027

Schlagworte: Erlebnisgestaltung, Innovation, KI

Immersive Points: KI-gestützte immersive Erinnerungsräume für eine demokratische, nachhaltige Destinationsentwicklung

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Das vorliegende Forschungsvorhaben untersucht, wie immersive Erlebnisformate als innovative Schnittstelle zwischen Destinationsentwicklung, demokratischer Bildung und nachhaltiger Transformation eingesetzt werden können. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass zentrale gesellschaftliche Herausforderungen – insbesondere zunehmend demokratiefeindliche Entwicklungen mit der Delegitimierung politischer und gesellschaftlicher Institutionen und der Normalisierung menschenfeindlicher und autoritärer Diskurse sowie stagnierende Fortschritte bei nachhaltiger Entwicklung (Quent 2021; Zick et al. 2025) – neue, erfahrungsbasierte Zugänge zur Vermittlung komplexer Themen erfordern.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines transdisziplinären Bezugsrahmens für sogenannte „Immersive Points“, die historische, demokratiefördernde und nachhaltige Narrative im öffentlichen Raum erfahrbar machen. Aufbauend auf Ansätzen der Sozialen Arbeit, der Tourismuswissenschaft, des Mediendesigns und des Marketingmanagements werden Orte mit besonderer historischer und gesellschaftlicher Relevanz identifiziert und in interaktive, partizipative Erfahrungsräume transformiert. Diese ermöglichen Nutzern – insbesondere Einheimischen, Schülern, Studierenden sowie touristischen Besuchern – eine reflexive Auseinandersetzung mit Themen wie Gleichberechtigung, Menschenwürde, Solidarität und nachhaltiger Entwicklung. Im Zentrum steht die Verknüpfung von historischen Narrativen, räumlicher Erfahrung und digitaler Erweiterung (z. B. durch VR-basierte Anwendungen), um Perspektivwechsel, Entscheidungsprozesse und gesellschaftliche Spannungsfelder erfahrbar zu machen. Das Projekt folgt einem multimethodischen Ansatz: In einer explorativen Phase wird zunächst auf Basis von Archivrecherchen, Dokumentenanalysen (in Abstimmung mit lokalen Akteuren) ein geeigneter Ort zur Vermittlung relevanter Narrative identifiziert. Anschließend wird hierfür ein KI-gestützter immersiver Prototyp entwickelt und in einem multidimensionalen Ansatz bestehend aus Heatmapping und leitfadengestützten Interviews im Hinblick auf seine Wirkung auf demokratische Bildungsprozesse, Destinationswahrnehmung und Zugehörigkeitsgefühle an 30 Personen getestet.

Das Vorhaben baut auf bestehenden Forschungsergebnissen (u. a. Luan & Phan 2024; Harrison et al. 2020; Neuhofer 2024; Rosa 2019) zu immersiven Erlebnisformaten und Connected Customer Journeys auf und erweitert diese gezielt um Dimensionen der Demokratiebildung und Nachhaltigkeit. Es schließt damit eine zentrale Forschungslücke und entwickelt zugleich ein skalierbares Modell für die Anwendung in Kommunen, Destinationen und Bildungskontexten. Gleichzeitig adressiert das Vorhaben aktuelle Herausforderungen der bayerischen Tourismus- und Kulturwirtschaft, indem innovative Modelle für nachhaltige Besucherlenkung, digitale Erlebnisgestaltung, regionale Wertschöpfung und die Stärkung destinationsbezogener Markenidentitäten entwickelt werden. Das Projekt versteht immersive Erlebnisräume somit auch als wirtschaftlich relevante Innovations- und Transferinstrumente für Kommunen, Kulturinstitutionen und touristische Akteure in Bayern.

Linie

Projektverantwortung

  • Prof. Dr. Philip Griesser (Tourismusmanagement, Fachgebiet Hospitality, Tourism and Event, IU-Internationale Hochschule)
  • Prof. Dr. Jasmin Brück (Soziale Arbeit, Fachgebiet Sozialwissenschaften, IU-Internationale Hochschule)
  • Prof. Dr. Christian Haas (Marketingmanagement, Fachgebiet Marketing & Kommunikation, IU-Internationale Hochschule)
  • Prof. Joern Zielke (Design & Architektur, Fachgebiet Mediendesign, IU-Internationale Hochschule)